Die GIZ (früher GTZ) fördert mit ihrem Gesundheitsprogramm in Vietnam 5 Provinzen. In einer davon, Phu Yen, war ich in der vergangenen Woche zum Workshop eingeladen und hatte dabei auch Gelegenheit, das dortige „General Hospital“ in Tuy Hoa zu besichtigen. Es sollten die Ergebnisse der Qualitätsmanagementschulungen vorgeführt, das Krankenhaus allgemein gezeigt werden.
Zu jedem EZ-Projekt gehört mindestens ein sog. Study Trip. GIZ hatte im vergangenen Sommer eine ganze Reisegruppe nach Deutschland eingeladen, unter anderem wurde das Josephs-Krankenhaus in Berlin und meine alte Wirkungsstätte in Stendal besucht. Ein Ergebnis dieses Study Trip wurde nun ganz stolz vom Direktor vorgeführt.
Es geht um die Intensivstation, deren Tür hier abgebildet ist. Mit Unterstützung der GIZ wurde wenigstens für diese Station „Comprehensive Care“ eingeführt. Das bedeutet, dass die Patienten nicht mehr von ihren Familienangehörigen versorgt werden (wie in 95% der Kliniken in Vietnam) sondern ausschließlich von Krankenhauspersonal. Folglich wurde an der Tür ein Schild aufgehängt, das in deutlicher Sprache („Zutritt verboten“ oder so) den Angehörigen den Eintritt verbieten sollte.
Dann war der Direktor in Berlin im Josephs-Krankenhaus, wo wohl auch der Zugang zur Intensivstation durch ein Schild geregelt wird. Dieses Schild aber sei viel höflicher gewesen als sein brutales „Zutritt verboten“ berichtete er. Daraufhin beschloss er, die Aufschrift zu ändern. Nun steht dort:
„Eingang nur auf Einladung!“

Hi, war neulich hier in München im Schwabinger Krankenhaus auf einer Intensivstation, in der Abteilung für Komapatienten.(Leider hatte Robert, Franz Schwager, eine Gehirnblutung und liegt dort- Stress aufgrund Scheidung).
AntwortenLöschenIch war vom Abteilungsmanagement sehr beeindruckt: von allen MitarbeiterInnen gab es Fotos im Wartebereich. Dann gab es Flyer mit Infos in verschiedenen Sprachen zu der Abteilung: dass man die Patienten besuchen soll, aber bitte zu bestimmten Zeiten etc.
Vom Treppenhaus kommend muß man erst mal vor dem Eingang der Abteilung läuten, dann kommt man in den Wartebereich, und von dort wird man abgeholt von einem Pfleger. Es dürfen immer nur 2 Personen gleichzeitig rein.
Im Flur vor dem eigentlichen Krankenbereich kann man sich Tee oder Kaffee machen, es gibt eine Garderobe, es gibt Desinfektionsmittel und ein Waschbecken. Und es gibt einen Trinkwasserspender. Fand ich sehr freundlich als Empfang!
Die Patienten sind nämlich für normalsterbliche Krankenbesucher schon etwas unheimlich.
Ich war auch beeindruckt von der Qualität der Pflege: er war rasiert und gewaschen, sie wechseln seine Lage, legen mal ein Bein höher, Arm höher etc.
Der Arzt sagte, wir sollten mit ihm reden, damit er vertraute Stimmen hören kann, weil die Geräusche im Raum durch die Maschinen für die Kranken ziemlich unheimlich sind.
Robert reagiert auch auf die Stimme seiner Tochter und macht dann die Augen kurz auf. Anscheinend bekommt er etwas mit. Aber wie die Zukunft aussieht?
Es war für mich in dieser bedrückenden Situation beruhigend, dass alles so professionell und gut bedacht organisiert ist. Also: der freundliche Text auf dem Schild macht schon einen Unterschied!