Heute morgen unterhielt ich mich mit unserem Vermieter, Mr. Tuan. Richtig, sein Sohn hat die neulich beschriebene Hochzeit gefeiert. Ich fragte ihn, was er, bzw. seine Familie, über Tet vor habe. (Wir planen eine Reise nach Myanmar.)
Er erklärte, er werde mit seiner gesamten Familie nur zu Hause sein. Grund: Seine Mutter sei vor wenigen Wochen verstorben.
Nun, das hatten wir schon mit bekommen, auch kondoliert wie wir das kennen. Nur die Opferung von Geschenken auf dem Ahnenaltar hatten wir dankend abgelehnt. Die alte Dame hatten wir bei der Hochzeit kennen gelernt, und ihre Vitalität mit 93 Jahren bewundert. Aber warum muss deshalb die Familie über Tet im Haus bleiben?
"We may not go to visit other people!" wurde ich aufgeklärt. "Because my mother just dies, we bring the bad luck for the new year. Not good for other family." (Entschuldigung, das ist so etwa O-Ton.)
Das finde ich schon hart. Da bist du traurig, weil deine Mutter gestorben ist, aber gerade deshalb will niemand was mit dir zu tun haben. Du bist ja der Überbringer von schlechtem Glück. Bad carma?
Leben und Arbeiten in und um Hanoi - Life and Work in and around Hanoi
Panorama Mai Chau
Seit Sommer 2009 arbeite ich, vermittelt durch GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), als Lecturer an der Hanoi School of Public Health.
Dieser Blog berichtet von unserem Leben in Hanoi, Vietnam und Umgebung.
_________________________________
Since the Summer of 2009, mediated by GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), I work as a lecturer with the Hanoi School of Public Health.
This Blog reports on our life in Hanoi, Vietnam and surroundings.
Seit Sommer 2009 arbeite ich, vermittelt durch GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), als Lecturer an der Hanoi School of Public Health.
Dieser Blog berichtet von unserem Leben in Hanoi, Vietnam und Umgebung.
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Since the Summer of 2009, mediated by GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), I work as a lecturer with the Hanoi School of Public Health.
This Blog reports on our life in Hanoi, Vietnam and surroundings.
Freitag, 25. Januar 2013
Donnerstag, 24. Januar 2013
Blogging for “Independence - Freedom - Happiness
Bekanntlich sind das die drei Begriffe, die Vietnam sich als Motto gewählt hat, ausweislich des allgegenwärtigen Briefkopfs aber auch z.B. Art. 69 der Verfassung, wo es heisst:
Citizens are entitled to freedom of speech and freedom of the press; they have the right to receive information and the right of assembly, association and demonstration in accordance with the law.
Ist Vietnam deshalb ein freies Land?
Gestern gab es mal wieder in der Nähe des Regierungssitzes, unweit des Ba Dinh Square, einen Verkehrsstau. Im Vorbeifahren konnte man eine kleine Gruppe von Frauen erkennen, die gegen oder für irgend etwas demonstrierten - umgeben von einer viel größeren Gruppe Polizisten in Uniform oder Zivil, die mit angespannten, fast wütenden Blicken die Frauen zusammen drängten und versuchten, das Vorbeifahren zu beschleunigen damit niemand erkennen konnte, um was es bei den Protesten ging.
Wir konnten es ohnehin nicht verstehen, da kaum Tafeln zu sehen waren, und wenn dann nur Vietnamesisch.
Meine Versuche, aus der Presse zu erfahren was da los war, waren natürlich vergeblich, in die offizielle englische Online-Zeitung dringen solche Nachrichten nicht vor. Eine Rückfrage bei einem vietnamesischen Kollegen ergab: Was da konkret passierte, werde auch in der nationalen Presse kaum berichtet, allenfalls über inoffizielle Blogs könne man sich informieren. Die Themen seien aber meist: Proteste gegen China wegen der Streitigkeiten im Ostmeer, wegen dessen allgemeinen Dominanzverhaltens etc; ungerechte Landnahmen für tatsächliche oder angebliche Infrastrukturprojekte oder sonstige Ungerechtigkeiten. Solche kleinen Protestaktionen seien eigentlich an der Tagesordnung, aber sie würden halt tot geschwiegen.
In der Tat habe ich gleich in einem Blog einen Bericht gefunden von einer Aktion, die heute morgen stattgefunden hat.
Soweit ich den Text von Google richtig übersetzt bekommen habe waren es Dorfbewohner aus Long Bien auf dem anderen Flussufer, die gegen Enteignungen protestierten und auf ihren Plakaten daran erinnerten, dass der Kongress für das Volk da sei und nicht umgekehrt. Der Protest fand vor dem Gebäude des “Ständigen Komitees der Nationalversammlung” statt.
Diese Blogger sind der Regierung ein Dorn im Auge. Wie im September 2012 berichtet wurde, wurden drei von Ihnen trotz internationaler Proteste zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Legal ist das natürlich: Die oben zitierten Freiheitsrechte stehen halt unter dem Vorbehalt “in accordance with the law” und zudem gilt über allem der Artikel 76: “Citizens must be loyal to the homeland. Treason against the homeland is the gravest crime.” Und wer sich nicht an die Gesetze hält ist eben nicht loyal und hat die Folgen zu tragen.
Im Juli ist eine Meldung in der internationalen Presse zu lesen gewesen nach der sich die Mutter einer angeklagten Bloggerin aus Protest selbst verbrannt hat. Erinnerungen an die Fotos von der Selbstverbrennung des Mönchs Thích Quảng Đức werden wach, der Bild gewordene Protest gegen das Südvietnamesische Diem-Regime im Juli 1963 in Saigon mit dem auch Nordvietnam heftig Propaganda gemacht hat. Das ging damals um die Welt - Bilder von Dang Thi Kim Lieng 2012 hat man nicht so viele gesehen. Eins habe ich hier gefunden aber wenn man den Namen bei Google eingibt, findet man noch mehr.
Kürzlich war in einem Blog, unter Berufung auf BBC, zu lesen, dass die Regierung nicht nur unliebsame Blogger ins Gefängnis stecken lässt sondern auch nach dem Muster des ungeliebten Nachbarn China das moderne Kommunikationsmittel des Blogging für die eigenen Zwecke nutzt: Mehr als 400 “Staatsblogger” veröffentlichen Gutes und beteiligen sich als Kommentarschreiber an der Kritik kritischen Blogbeiträge. (Ob da auch hier mal einer vorbei schaut?) Statt der vergeblichen Versuche, Facebook zu blockieren dürfte es also jetzt eine Flut von regime-begeisterten Facebook Nutzern geben.
Freiheit?
Das Erstaunliche ist, dass man von allen diesen Dingen eigentlich nichts mitbekommt. Man lebt hier in einem Masse frei und von staatlichen Bevormundungen unbehelligt, dass man schnell das Leid vergisst, das denen droht, die versuchen, ihre Freiheitsrechte gegen den Staat in Anspruch zu nehmen. Natürlich ist Freiheit vor allem auch die Freiheit, Anderen Dinge zu sagen, die sie nicht hören oder wissen wollen, und damit ist es Vietnam nicht gut bestellt.
Aber wenn ich nun so von Außen nach Deutschland schaue, dann habe ich wahrlich kein sehr viel besseres Bild von Freiheit vor Augen.
Pressefreiheit gibt es, klar, Aber statt staatlicher Zensur hat das Diktat der political correctness und eine diffuse Selbstkontrolle, gepaart mit Profitorientierung, eine weitestgehend gleichgeschaltete Presse geschaffen, die ebenso wie in Vietnam Themen tot schweigt, die nicht in das aktuelle Bild passen. Oder hat jemand in Deutschland Berichte darüber gelesen, dass bei der letzten Wahl des US-Präsidenten in mehreren Staaten die “Wahlmaschinen” dem Sohn des Kandidaten Mitt Romney schlicht gehörten? Und dass genau aus diesen Staaten die Erlaubnis verweigert wurde, Wahlbeobachter der OECD zuzulassen? (Das fällt mir nur grad als Beispiel ein.) Die deutsche Presse geilt sich an einem Politskandälchen nach dem anderen auf um Profit zu machen und lässt wirkliche Politik unter den Tisch fallen.
Auch Versammlungsfreiheit gibt es in Deutschland, klar. Aber wir alle haben uns an die Bilder gewöhnt, mit denen das martialische Auftreten der sog. Ordnungskräfte bei politischen Demonstrationen dokumentiert wird, sei es Heiligendamm, Stuttgart, Occupy oder was auch immer der Anlass ist: Eine die Gewalt förmlich ausstrahlende Schar von Rittern geht da auf Leute los, die eigentlich auch nur ihre Freiheitsrechte in Anspruch nehmen. Die “Bullen” die wir gestern hier gesehen haben waren weniger brachial. (Ist nicht die Gebräuchlichkeit des Begriffs "Bulle" für Polizisten schon entlarvend genug? Sie spiegelt wieder, wie das Renommee für diesen unbestreitbar wichtigen Beamtenberuf gelitten hat dadurch, dass der Staat sie als Büttel fürs Grobe missbraucht.)
Freiheit der informationellen Selbstbestimmung? Da schaut es in Deutschland inzwischen ganz schlecht aus. Unter dem Deckmäntelchen der Terrorismusbekämpfung wurden unsere Freiheitsrechte in einer früher fast undenkbaren Weise ausgehöhlt! Als wir 1968 in Erlangen gegen die Notstandsgesetze demonstriert haben waren wir noch viel zu naiv um kommen zu sehen, wie schnell und flächendeckend 1984 auch in Deutschland umgesetzt werden würde. Zwei nette kleine Videos dazu: YouTube und nochmals YouTube
Weitere Beispiele gefällig?
Etwa die ganz offizielle staatliche Hehlerei beim Ankauf von sog. Steuer-CDs? Wenn jemand ein gestohlenes Auto kauft, dann wird er als Hehler bestraft. Wenn jemand gestohlene Daten verkauft, dann kauft dieser Staat Deutschland und ist noch stolz drauf!
Oder die allumfassende Degenerierung der Verkehrspolizei zur Überwachungs-und Kassiermaffia. Natürlich gibt es auch in Vietnam Verkehrspolizisten, die auch mal jemanden rausgreifen und abkassieren. Meist geht es um persönliche Kleinkorruption. In Deutschland aber hat man das System zum Staatsbetrieb perfektioniert, bei dem Milliarden umgesetzt werden, sprich bei dem die als Polizisten verkleideten Straßenräuber für den Staat Kasse machen wie zu Zeiten der Raubritter. Da gefällt mir die chaotische Freiheit, die ich in Vietnam im Verkehr habe, einfach unendlich viel besser als die in Deutschland überlebensnotwendige permanente Konzentration darauf, dass man keine Blitzautomaten oder Radarfallen übersieht!
Nein, sicher muss man sehen, dass Vietnam kein Land der Freiheit ist. Aber aus dem täglichen Leben hält sich hier der Staat raus, er beeinträchtigt einen nicht spürbar. In Deutschland ist der Staat so allgegenwärtig, hat seine Grapschefinger derart im normalen tägliche Leben drin, dass ich mir ernsthaft sage: Wir müssen ja wohl im Sommer nach Deutschland zurück - aber dies ist ein Grund, sehr intensiv nach Alternativen zu suchen.
“Back to 1984” brauche ich nicht wirklich.
Citizens are entitled to freedom of speech and freedom of the press; they have the right to receive information and the right of assembly, association and demonstration in accordance with the law.
Ist Vietnam deshalb ein freies Land?
Gestern gab es mal wieder in der Nähe des Regierungssitzes, unweit des Ba Dinh Square, einen Verkehrsstau. Im Vorbeifahren konnte man eine kleine Gruppe von Frauen erkennen, die gegen oder für irgend etwas demonstrierten - umgeben von einer viel größeren Gruppe Polizisten in Uniform oder Zivil, die mit angespannten, fast wütenden Blicken die Frauen zusammen drängten und versuchten, das Vorbeifahren zu beschleunigen damit niemand erkennen konnte, um was es bei den Protesten ging.
Wir konnten es ohnehin nicht verstehen, da kaum Tafeln zu sehen waren, und wenn dann nur Vietnamesisch.
Meine Versuche, aus der Presse zu erfahren was da los war, waren natürlich vergeblich, in die offizielle englische Online-Zeitung dringen solche Nachrichten nicht vor. Eine Rückfrage bei einem vietnamesischen Kollegen ergab: Was da konkret passierte, werde auch in der nationalen Presse kaum berichtet, allenfalls über inoffizielle Blogs könne man sich informieren. Die Themen seien aber meist: Proteste gegen China wegen der Streitigkeiten im Ostmeer, wegen dessen allgemeinen Dominanzverhaltens etc; ungerechte Landnahmen für tatsächliche oder angebliche Infrastrukturprojekte oder sonstige Ungerechtigkeiten. Solche kleinen Protestaktionen seien eigentlich an der Tagesordnung, aber sie würden halt tot geschwiegen.
In der Tat habe ich gleich in einem Blog einen Bericht gefunden von einer Aktion, die heute morgen stattgefunden hat.
Soweit ich den Text von Google richtig übersetzt bekommen habe waren es Dorfbewohner aus Long Bien auf dem anderen Flussufer, die gegen Enteignungen protestierten und auf ihren Plakaten daran erinnerten, dass der Kongress für das Volk da sei und nicht umgekehrt. Der Protest fand vor dem Gebäude des “Ständigen Komitees der Nationalversammlung” statt.
Diese Blogger sind der Regierung ein Dorn im Auge. Wie im September 2012 berichtet wurde, wurden drei von Ihnen trotz internationaler Proteste zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Legal ist das natürlich: Die oben zitierten Freiheitsrechte stehen halt unter dem Vorbehalt “in accordance with the law” und zudem gilt über allem der Artikel 76: “Citizens must be loyal to the homeland. Treason against the homeland is the gravest crime.” Und wer sich nicht an die Gesetze hält ist eben nicht loyal und hat die Folgen zu tragen.
Im Juli ist eine Meldung in der internationalen Presse zu lesen gewesen nach der sich die Mutter einer angeklagten Bloggerin aus Protest selbst verbrannt hat. Erinnerungen an die Fotos von der Selbstverbrennung des Mönchs Thích Quảng Đức werden wach, der Bild gewordene Protest gegen das Südvietnamesische Diem-Regime im Juli 1963 in Saigon mit dem auch Nordvietnam heftig Propaganda gemacht hat. Das ging damals um die Welt - Bilder von Dang Thi Kim Lieng 2012 hat man nicht so viele gesehen. Eins habe ich hier gefunden aber wenn man den Namen bei Google eingibt, findet man noch mehr.
Kürzlich war in einem Blog, unter Berufung auf BBC, zu lesen, dass die Regierung nicht nur unliebsame Blogger ins Gefängnis stecken lässt sondern auch nach dem Muster des ungeliebten Nachbarn China das moderne Kommunikationsmittel des Blogging für die eigenen Zwecke nutzt: Mehr als 400 “Staatsblogger” veröffentlichen Gutes und beteiligen sich als Kommentarschreiber an der Kritik kritischen Blogbeiträge. (Ob da auch hier mal einer vorbei schaut?) Statt der vergeblichen Versuche, Facebook zu blockieren dürfte es also jetzt eine Flut von regime-begeisterten Facebook Nutzern geben.
Freiheit?
Das Erstaunliche ist, dass man von allen diesen Dingen eigentlich nichts mitbekommt. Man lebt hier in einem Masse frei und von staatlichen Bevormundungen unbehelligt, dass man schnell das Leid vergisst, das denen droht, die versuchen, ihre Freiheitsrechte gegen den Staat in Anspruch zu nehmen. Natürlich ist Freiheit vor allem auch die Freiheit, Anderen Dinge zu sagen, die sie nicht hören oder wissen wollen, und damit ist es Vietnam nicht gut bestellt.
Aber wenn ich nun so von Außen nach Deutschland schaue, dann habe ich wahrlich kein sehr viel besseres Bild von Freiheit vor Augen.
Pressefreiheit gibt es, klar, Aber statt staatlicher Zensur hat das Diktat der political correctness und eine diffuse Selbstkontrolle, gepaart mit Profitorientierung, eine weitestgehend gleichgeschaltete Presse geschaffen, die ebenso wie in Vietnam Themen tot schweigt, die nicht in das aktuelle Bild passen. Oder hat jemand in Deutschland Berichte darüber gelesen, dass bei der letzten Wahl des US-Präsidenten in mehreren Staaten die “Wahlmaschinen” dem Sohn des Kandidaten Mitt Romney schlicht gehörten? Und dass genau aus diesen Staaten die Erlaubnis verweigert wurde, Wahlbeobachter der OECD zuzulassen? (Das fällt mir nur grad als Beispiel ein.) Die deutsche Presse geilt sich an einem Politskandälchen nach dem anderen auf um Profit zu machen und lässt wirkliche Politik unter den Tisch fallen.
Auch Versammlungsfreiheit gibt es in Deutschland, klar. Aber wir alle haben uns an die Bilder gewöhnt, mit denen das martialische Auftreten der sog. Ordnungskräfte bei politischen Demonstrationen dokumentiert wird, sei es Heiligendamm, Stuttgart, Occupy oder was auch immer der Anlass ist: Eine die Gewalt förmlich ausstrahlende Schar von Rittern geht da auf Leute los, die eigentlich auch nur ihre Freiheitsrechte in Anspruch nehmen. Die “Bullen” die wir gestern hier gesehen haben waren weniger brachial. (Ist nicht die Gebräuchlichkeit des Begriffs "Bulle" für Polizisten schon entlarvend genug? Sie spiegelt wieder, wie das Renommee für diesen unbestreitbar wichtigen Beamtenberuf gelitten hat dadurch, dass der Staat sie als Büttel fürs Grobe missbraucht.)
Freiheit der informationellen Selbstbestimmung? Da schaut es in Deutschland inzwischen ganz schlecht aus. Unter dem Deckmäntelchen der Terrorismusbekämpfung wurden unsere Freiheitsrechte in einer früher fast undenkbaren Weise ausgehöhlt! Als wir 1968 in Erlangen gegen die Notstandsgesetze demonstriert haben waren wir noch viel zu naiv um kommen zu sehen, wie schnell und flächendeckend 1984 auch in Deutschland umgesetzt werden würde. Zwei nette kleine Videos dazu: YouTube und nochmals YouTube
Weitere Beispiele gefällig?
Etwa die ganz offizielle staatliche Hehlerei beim Ankauf von sog. Steuer-CDs? Wenn jemand ein gestohlenes Auto kauft, dann wird er als Hehler bestraft. Wenn jemand gestohlene Daten verkauft, dann kauft dieser Staat Deutschland und ist noch stolz drauf!
Oder die allumfassende Degenerierung der Verkehrspolizei zur Überwachungs-und Kassiermaffia. Natürlich gibt es auch in Vietnam Verkehrspolizisten, die auch mal jemanden rausgreifen und abkassieren. Meist geht es um persönliche Kleinkorruption. In Deutschland aber hat man das System zum Staatsbetrieb perfektioniert, bei dem Milliarden umgesetzt werden, sprich bei dem die als Polizisten verkleideten Straßenräuber für den Staat Kasse machen wie zu Zeiten der Raubritter. Da gefällt mir die chaotische Freiheit, die ich in Vietnam im Verkehr habe, einfach unendlich viel besser als die in Deutschland überlebensnotwendige permanente Konzentration darauf, dass man keine Blitzautomaten oder Radarfallen übersieht!
Nein, sicher muss man sehen, dass Vietnam kein Land der Freiheit ist. Aber aus dem täglichen Leben hält sich hier der Staat raus, er beeinträchtigt einen nicht spürbar. In Deutschland ist der Staat so allgegenwärtig, hat seine Grapschefinger derart im normalen tägliche Leben drin, dass ich mir ernsthaft sage: Wir müssen ja wohl im Sommer nach Deutschland zurück - aber dies ist ein Grund, sehr intensiv nach Alternativen zu suchen.
“Back to 1984” brauche ich nicht wirklich.
Mittwoch, 23. Januar 2013
Paradise - Lost?
Unseren Sylvesterurlaub hatten wir dies mal, wie berichtet, nach Malaysia verlegt, Kuala Lumpur als Destination für einen wirklich gefeierten Jahreswechsel, nachdem In Hanoi ja wenig los ist weil die Vietnamesen auf “ihr” Neujahr warten, das Tet-Fest.
Nach der Großstadt hatten wir noch etwa Strandurlaub geplant und waren auf der kleinen Insel Pangkor gelandet. Die Wahl war nicht ganz freiwillig: Viele der beliebten Strände Malaysias liegen an der Ostküste der Halbinsel, oder an der Nordküste der Insel Borneo, dort herrscht aber im Januar monsunbedingt schlechtes Wetter, die meisten Hotels oder Resorts sind einfach geschlossen. Deshalb also Pangkor, etwa 4 Stunden mit dem Bus und 30 Minuten mit dem Boot von KL entfernt.
Wir sind in einem für uns ungewöhnlich schicken Resort gelandet, dem Pangkor Island Beach Resort.
Eine ziemlich riesige Anlage (mehr als 250 Zimmer), aber wenigstens kein Hochhaus, sondern maximal 3 Stockwerke, auf mehrere weitläufige Trakte verteilt und ganz geschickt unter den Bäumen versteckt. Das PIBR liegt einsam an der eigenen Bucht mit wunderschönem Strand.
Es ist ein wunderschön gestaltetes Gelände, mit Blumen, Büschen und Teichen
zum Spazieren gehen.
Ein Golfplatz, Tennis, sogar einFussballplatz und vielen weiteren Angebote sollen Langeweile vertreiben. Die beiden Pools liegen direkt am Meer,
überall rauschen die Palmen, das der Strand wird gut gepflegt und das Meer ist relativ sauber. (Für die gelegentlichen kleinen Miniquallen kann das Hotel nichts.) Frühstück wurde direkt auf einer Terasse über der dem Strand angeboten.
Der paradiesische Eindruck wird unterstrichen durch das frei herumlaufende, fliegende oder kletternde Getier. Pfaue schlagen ihre Räder
oder prüfen neigierig, was es zum Frühstück gegeben hat.
Unsere alten Bekannten, die Hornbills (Nashornvögel) bekommen regelmäßig ihr Futter und posieren für die Hotelgäste.
Eine Horde Affen ist permanent über das gesamte Gelände unterwegs, der Urwald beginnt ja gleich hinter dem Haus.
Sie klauen alles, was nicht festgeschraubt ist, kommen auch in die Zimmer, wenn man vergisst, die Balkontür abzuschließen.
Soweit alles wunderbar. Aber: Mit 500 weiteren Gästen geteilt, wird das Paradiesgefühl schnell wieder erstickt, obwohl die Gäste nicht unangenehm sind, viele Familien mit kleinen Kindern aus der ganzen Welt.
In der Bucht wird fast pausenlos “Wassersport” betrieben, die Jet-Skis und Surfgliding-Motorboote übertönen mühelos das Plätschern der kleinen Wellen, das Wasser wird dadurch nicht sauberer. Die abgeschiedene Lage (die gar nicht so abgeschieden ist, wie wir später festgestellt haben) verführt das Hotel doch zu einer ziemlichen Abzock-Orgie, Essen, Getränke, Zusatzleistungen, das Eis am Pool, alles wird zu deutlich überhöhten Preisen angeboten - jedenfalls empfanden wir das so, nachdem wir andere Länder in der Region mit ihren Preisen kennen. Touris aus Holland (starke Gruppe) sehen das sicher anders. Aber wir haben für die 5 Tage mehr Geld ausgegeben als für jeden anderen Urlaub, den wir bisher gemacht haben.
Natürlich sind wir uns selbst treu geblieben und haben für einen halben Tag ein Moped gemietet um die Insel zu erkunden.
Da sie nur 25 Km lang ist und die Sehenswürdigkeiten eher überschaubar sin bieten hat, reicht ein halber Tag da auch.
Trotzdem war es schön, auf den kleinen Strassen durch den Dschungel zu fahren, einige Blicke darauf zu werfen, wie die normale Bevölkerung dort lebt.
Beruhigend war die Feststellung, dass “Unser Resort” wirklich mit Abstand den schönsten Strand hatte, die anderen Beaches sahen zwar recht malerisch aus, mit den vorgelagerten kleinen Inseln, aber sie waren einfach dreckig und ungepflegt.
Wir haben die Gäste der dort angesiedelten Resorts und Hotels nicht beneidet.
Interessant war, was uns aufgetischt wurde, als wir in einem Cafe an der Strasse einen "Iced Tea" bestellten.
Auf dieser Fahrt haben wir festgestellt, dass die nächste Ortschaft mit Strand nur knapp 3 Km vom PIBR entfernt war, und dass es dort nette Restaurants direkt am Strand gab. Da sind wir dann am nächsten Abend hin gewandert und hatten ein wunderbares Dinner beim Sonnenuntergang.
Die Wanderung ging zwar an der Autostrasse entlang, aber der Verkehr war kaum existent und die Strasse durch den Dschungel war sogar elektrisch beleuchtet, es war also völlig unproblematisch und gut, sich mal etwas zu bewegen.
Nach 5 Tagen ging es wieder Retour. Per Boot nach Lumut, von dort mit den sehr komfortablen Bus (für ein Spottgeld) nach KL.
Als wir am Abend für unseren Rückflug einchecken wollten, gab es noch eine uangenehme Überraschung: Der Flug war “for commercial reasons” gestrichen worden (zu wenige Passagiere?) Nach langem Hin und Her hat uns Vietnam Airlines dann nach HCM geflogen, dort ein Hotel bezahlt und am nächsten Morgen weiter nach Hanoi transportiert. Sowas hört man sonst nur von den Billigfliegern. Aber wir waren ja auch billig geflogen: Wir hatten unsere angesparten Vielfliegermeilen auf den Kopf gehauen, bevor sie verfielen.
Nach der Großstadt hatten wir noch etwa Strandurlaub geplant und waren auf der kleinen Insel Pangkor gelandet. Die Wahl war nicht ganz freiwillig: Viele der beliebten Strände Malaysias liegen an der Ostküste der Halbinsel, oder an der Nordküste der Insel Borneo, dort herrscht aber im Januar monsunbedingt schlechtes Wetter, die meisten Hotels oder Resorts sind einfach geschlossen. Deshalb also Pangkor, etwa 4 Stunden mit dem Bus und 30 Minuten mit dem Boot von KL entfernt.
Wir sind in einem für uns ungewöhnlich schicken Resort gelandet, dem Pangkor Island Beach Resort.
Eine ziemlich riesige Anlage (mehr als 250 Zimmer), aber wenigstens kein Hochhaus, sondern maximal 3 Stockwerke, auf mehrere weitläufige Trakte verteilt und ganz geschickt unter den Bäumen versteckt. Das PIBR liegt einsam an der eigenen Bucht mit wunderschönem Strand.
Es ist ein wunderschön gestaltetes Gelände, mit Blumen, Büschen und Teichen
zum Spazieren gehen.
| Hier wurde der neue Pareo ausgeführt |
überall rauschen die Palmen, das der Strand wird gut gepflegt und das Meer ist relativ sauber. (Für die gelegentlichen kleinen Miniquallen kann das Hotel nichts.) Frühstück wurde direkt auf einer Terasse über der dem Strand angeboten.
Der paradiesische Eindruck wird unterstrichen durch das frei herumlaufende, fliegende oder kletternde Getier. Pfaue schlagen ihre Räder
oder prüfen neigierig, was es zum Frühstück gegeben hat.
Unsere alten Bekannten, die Hornbills (Nashornvögel) bekommen regelmäßig ihr Futter und posieren für die Hotelgäste.
Eine Horde Affen ist permanent über das gesamte Gelände unterwegs, der Urwald beginnt ja gleich hinter dem Haus.
Sie klauen alles, was nicht festgeschraubt ist, kommen auch in die Zimmer, wenn man vergisst, die Balkontür abzuschließen.
Soweit alles wunderbar. Aber: Mit 500 weiteren Gästen geteilt, wird das Paradiesgefühl schnell wieder erstickt, obwohl die Gäste nicht unangenehm sind, viele Familien mit kleinen Kindern aus der ganzen Welt.
In der Bucht wird fast pausenlos “Wassersport” betrieben, die Jet-Skis und Surfgliding-Motorboote übertönen mühelos das Plätschern der kleinen Wellen, das Wasser wird dadurch nicht sauberer. Die abgeschiedene Lage (die gar nicht so abgeschieden ist, wie wir später festgestellt haben) verführt das Hotel doch zu einer ziemlichen Abzock-Orgie, Essen, Getränke, Zusatzleistungen, das Eis am Pool, alles wird zu deutlich überhöhten Preisen angeboten - jedenfalls empfanden wir das so, nachdem wir andere Länder in der Region mit ihren Preisen kennen. Touris aus Holland (starke Gruppe) sehen das sicher anders. Aber wir haben für die 5 Tage mehr Geld ausgegeben als für jeden anderen Urlaub, den wir bisher gemacht haben.
Natürlich sind wir uns selbst treu geblieben und haben für einen halben Tag ein Moped gemietet um die Insel zu erkunden.
Da sie nur 25 Km lang ist und die Sehenswürdigkeiten eher überschaubar sin bieten hat, reicht ein halber Tag da auch.
| Den einen oder anderen Hindutempel gibt es natürlich, ebenso wie moderne Moscheen. |
| Diese beiden fanden wir in einer kleine Hindu-Anlage direkt neben der Strasse, unter einem heiligen Baum |
Trotzdem war es schön, auf den kleinen Strassen durch den Dschungel zu fahren, einige Blicke darauf zu werfen, wie die normale Bevölkerung dort lebt.
| Die Hauptindustrie der Insel sind getrocknete Fischprodukte. Ihr könnt Euch den Geruch vorstellen ... |
Beruhigend war die Feststellung, dass “Unser Resort” wirklich mit Abstand den schönsten Strand hatte, die anderen Beaches sahen zwar recht malerisch aus, mit den vorgelagerten kleinen Inseln, aber sie waren einfach dreckig und ungepflegt.
Wir haben die Gäste der dort angesiedelten Resorts und Hotels nicht beneidet.
Interessant war, was uns aufgetischt wurde, als wir in einem Cafe an der Strasse einen "Iced Tea" bestellten.
| Zu irgend einer Zeit war hier englische Kolonie, und damit war der Tee mit Milch eingeführt - in diesem Fall Kondesmilch, satt. |
Die Wanderung ging zwar an der Autostrasse entlang, aber der Verkehr war kaum existent und die Strasse durch den Dschungel war sogar elektrisch beleuchtet, es war also völlig unproblematisch und gut, sich mal etwas zu bewegen.
Nach 5 Tagen ging es wieder Retour. Per Boot nach Lumut, von dort mit den sehr komfortablen Bus (für ein Spottgeld) nach KL.
Als wir am Abend für unseren Rückflug einchecken wollten, gab es noch eine uangenehme Überraschung: Der Flug war “for commercial reasons” gestrichen worden (zu wenige Passagiere?) Nach langem Hin und Her hat uns Vietnam Airlines dann nach HCM geflogen, dort ein Hotel bezahlt und am nächsten Morgen weiter nach Hanoi transportiert. Sowas hört man sonst nur von den Billigfliegern. Aber wir waren ja auch billig geflogen: Wir hatten unsere angesparten Vielfliegermeilen auf den Kopf gehauen, bevor sie verfielen.
Samstag, 19. Januar 2013
Tet coming up
Tet ist bekanntlich das Fest der großen Familienfeiern. Dazu braucht man auch ausreichend zu trinken.
Preisfrage: Was sieht aus wie Wasser, ist aber zum Feiern VIEL passender?
Richtig! Die Russen sagen Wodochka dazu, Wässerchen.
Chuc muc nam moi!
Freitag, 18. Januar 2013
Happy New Year - best wishes for 2013
Liebe Blog-Leser!
Mit diesem Beitrag wollen wir Euch noch nachträglich zum neuen Jahr unsere herzlichsten Wünsche schicken. Es möge Euch allen viel Gutes bringen!
Wir haben den Jahreswechsel in Kuala Lumpur verbracht - Malaysia fehlte ja noch auf unserer Liste. Leider hat uns am Sylvesternachmittag eine sehr traurige Mitteilung aus Deutschland erreicht, so war uns nicht nach Ausgelassenheit zumute. Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen, zum “Countdown” in den Park hinter den Petronas Towers zu wandern um, mit einigen Hunderttausend Malaysiern und Touristen auf die “Null” rückwärts zu zählen.
Dann gab es gleich das gewaltige Feuerwerk zu bestaunen, wir waren direkt drunter, im Ascheregen sozusagen.
Beeindruckend war, wie diszipliniert sich anschließend die Massen zu den Ausgängen und über die Straßen schoben. Ruhig, fröhlich-friedlich und ohne das drohende Gefühl von Platzangst zu verursachen.
Ob es doch daran lag, dass in dem stark muslimischen Land weniger Alkohol im Spiel ist als im Westen? Jedenfalls haben wir den Islam ganz überwiegend positiv erlebt.(Nur eine unfreundliche Zurückweisung, als wir die nationale Moschee zur Gebetszeit besuchen wollten.) Beim Besuch der Moschee an den Petronas Towers wurden wir trotzdem herein gebeten, und einer Besucher, ein Libyer, kam hinterher noch zu uns, um seine Familie vorzustellen. Elena hatte sich aber auch bemüht, als Nicht-Muslima nicht auf zu fallen.
Ja, der Islam ist ganz deutlich dominierend und allgegenwärtig. Viele Moscheen, von denen dann zu den entsprechenden Zeiten die Rufe der Muezzine erschallen. Aber im Alltag scheint es doch eher undogmatisch zu laufen. Viele Frauen tun dem Propheten mit einem hübschen, bunten Kopftuch genüge.
Und selbst wenn sie dazu lange Kleider tragen dann sind diese oft so attraktiv, dass man eigentlich nur “sexy” sagen kann. Modern wirken sie auf jeden Fall.
Die zweite Religion, der Hinduismus, ist ebenfalls gut vertreten, viele hinduistische Tempel sind überall im Häusermeer versteckt.
Bei den Darstellungen der Gottheiten, die ja durchaus freizügig sein können, wurde halt auf die muslimischen Landleute etwas Rücksicht genommen.
Little India haben wir leider hier nicht besucht, auch der Versuch, in der Nähe der Masjid India (leider geschlossen als wir besichtigen wollten) einen echten indischen Sari zu erwerben scheiterte, weil die Stoffqualität doch nicht so gut war. Aber wir wissen jetzt, wie man ihn bindet!
Die dritte Volks-und Religionsgruppe, die Chinesen, tritt nicht so auffällig in Erscheinung. Chinatown ist nicht so was Besonderes, aber natürlich gibt es auch da Tempel nach chinesischer Tradition.
Natürlich haben wir als gute Touristen auch einige der bekannten Ziele aufgesucht. Den Menara Tower (höher und besser als die Plattform zwischen den Petronas Towers), das Aquarium,
den Schmetterlingspark,
den alten Bahnhof, die führerlos durch die Tunnels rasende Metro-Bahn.
Insgesamt sind wir uns nicht ganz einig geworden, wie wir die Stadt einschätzen. Sie würde gern in der gleichen Liga spielen wie Singapur und Bangkok, die modernen Hochhausviertel machen auch fast diesen Eindruck. Aber es ist nur ein sehr eng begrenzter Kern, sonst schaut einen doch an vielen Ecken das ärmere Asien an. Bettler gibt es an allen Ecken, die Qualität in den berühmten “Shopping Malls” ist doch oft nicht besser als in Hanoi - es werden ja auch viele “Made in Vietnam” Waren angeboten, und viel Trash aus China. Also: Trotz der beeindruckenden Skyline, es sit doch eher die zweite Liga, in der hier gespielt wird.
Aber einen Städtetrip ist KL allemal wert, und wir sind ja dann noch weiter in den Strandurlaub. Davon berichten wir dann bald mal.
Mit diesem Beitrag wollen wir Euch noch nachträglich zum neuen Jahr unsere herzlichsten Wünsche schicken. Es möge Euch allen viel Gutes bringen!
Wir haben den Jahreswechsel in Kuala Lumpur verbracht - Malaysia fehlte ja noch auf unserer Liste. Leider hat uns am Sylvesternachmittag eine sehr traurige Mitteilung aus Deutschland erreicht, so war uns nicht nach Ausgelassenheit zumute. Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen, zum “Countdown” in den Park hinter den Petronas Towers zu wandern um, mit einigen Hunderttausend Malaysiern und Touristen auf die “Null” rückwärts zu zählen.
Dann gab es gleich das gewaltige Feuerwerk zu bestaunen, wir waren direkt drunter, im Ascheregen sozusagen.
Beeindruckend war, wie diszipliniert sich anschließend die Massen zu den Ausgängen und über die Straßen schoben. Ruhig, fröhlich-friedlich und ohne das drohende Gefühl von Platzangst zu verursachen.
Ob es doch daran lag, dass in dem stark muslimischen Land weniger Alkohol im Spiel ist als im Westen? Jedenfalls haben wir den Islam ganz überwiegend positiv erlebt.(Nur eine unfreundliche Zurückweisung, als wir die nationale Moschee zur Gebetszeit besuchen wollten.) Beim Besuch der Moschee an den Petronas Towers wurden wir trotzdem herein gebeten, und einer Besucher, ein Libyer, kam hinterher noch zu uns, um seine Familie vorzustellen. Elena hatte sich aber auch bemüht, als Nicht-Muslima nicht auf zu fallen.
Ja, der Islam ist ganz deutlich dominierend und allgegenwärtig. Viele Moscheen, von denen dann zu den entsprechenden Zeiten die Rufe der Muezzine erschallen. Aber im Alltag scheint es doch eher undogmatisch zu laufen. Viele Frauen tun dem Propheten mit einem hübschen, bunten Kopftuch genüge.
Und selbst wenn sie dazu lange Kleider tragen dann sind diese oft so attraktiv, dass man eigentlich nur “sexy” sagen kann. Modern wirken sie auf jeden Fall.
Die zweite Religion, der Hinduismus, ist ebenfalls gut vertreten, viele hinduistische Tempel sind überall im Häusermeer versteckt.
Bei den Darstellungen der Gottheiten, die ja durchaus freizügig sein können, wurde halt auf die muslimischen Landleute etwas Rücksicht genommen.
| So hat man durch das aufgemalte Bikinioberteil die Orginalschönheit schamhaft zugedeckt - fast. |
Little India haben wir leider hier nicht besucht, auch der Versuch, in der Nähe der Masjid India (leider geschlossen als wir besichtigen wollten) einen echten indischen Sari zu erwerben scheiterte, weil die Stoffqualität doch nicht so gut war. Aber wir wissen jetzt, wie man ihn bindet!
Die dritte Volks-und Religionsgruppe, die Chinesen, tritt nicht so auffällig in Erscheinung. Chinatown ist nicht so was Besonderes, aber natürlich gibt es auch da Tempel nach chinesischer Tradition.
| Alte chinesische Fassaden? |
| Die berühmte Shopping Street Petalin |
| Zur Fütterung musste der Taucher natürlich als Weihnachtsmann verkleidet sein! |
| diese Spezies kennen wir aber auch aus unserem Hanoie Garten |
den alten Bahnhof, die führerlos durch die Tunnels rasende Metro-Bahn.
Insgesamt sind wir uns nicht ganz einig geworden, wie wir die Stadt einschätzen. Sie würde gern in der gleichen Liga spielen wie Singapur und Bangkok, die modernen Hochhausviertel machen auch fast diesen Eindruck. Aber es ist nur ein sehr eng begrenzter Kern, sonst schaut einen doch an vielen Ecken das ärmere Asien an. Bettler gibt es an allen Ecken, die Qualität in den berühmten “Shopping Malls” ist doch oft nicht besser als in Hanoi - es werden ja auch viele “Made in Vietnam” Waren angeboten, und viel Trash aus China. Also: Trotz der beeindruckenden Skyline, es sit doch eher die zweite Liga, in der hier gespielt wird.
| Noch mal der Blick, just to say good-bye |
Aber einen Städtetrip ist KL allemal wert, und wir sind ja dann noch weiter in den Strandurlaub. Davon berichten wir dann bald mal.
Donnerstag, 17. Januar 2013
Musikalische Soiree
so hatte unsere Facebook Freundin und Mitsängerin Reiko Funakoshi den Abend genannt, zu dem sie mit ihrer Freundin Rae eingeladen hatte.
Ausgangspunkt war die Idee, dass einige Expats im Chor sich inzwischen entschlossen haben, bei der VNOB-Sopranistin Thang Long Gesangsstunden zu nehmen, auch Reiko selbst. Nun sollte erste Aufführungspraxis gesammelt werden. Klar, dass eine erhebliche Anzahl Chormitglieder dabei waren, wir auch. Einer der Gäste hat kleine Videos davon auf YouTube gestellt. Sie sollen hier mit Euch geteilt werden.
Der musikalische Teil wurde von den Chormitgliedern eingeleitet mit dem Ave Verum von Mozart, das wir alle vom Weihnachtskonzert her kannten.
https://www.youtube.com/watch?v=eLe34DOHqFs
Es folgte eine der Schülerinnen, Ryoko:
https://www.youtube.com/watch?v=_f342Og2Ucc
Die weiteren Schülerdarbietungen sind (bisher?) nicht auf YouTube, aber ein Slavischer Tanz, den die Gastgeberin gemeinsam mit dem Pianisten spielte:
https://www.youtube.com/watch?v=WTRWDl6kAWc
Den Schluss machte dann die “Meisterin” selbst, Thang Long:
https://www.youtube.com/watch?v=PA2eM1AHZuU
Wie wir inzwischen wissen, ist sie 38 Jahre, hat zwei Kinder, hat ihre Ausbildung hier in Hanoi bekommen aber auch schon in Schweden und USA Konzerte gegeben.
Der Abend führte uns in die “Welt der Japaner”, die ja relaiv konzentriert in sog. Serviced Suites wohnen, meist auch, wie Reiko mit ihrem Mann, im "Ong Tahy Ghetto" Tahy Ho. Ziemlich schicke Wohnung da in den Frasier Suites ..., aber die Leute waren sowas von herzlich! Und die Atmosphäre erinnerte an die Tradition der Hausmusikabende, wie man sie in Europa im vorigen Jahrhundert kannte...
Warum wir jetzt alles über Thang Long wissen? Nun, seit gestern ist auch Elena ihre Schülerin und bekommt Gesangsunterricht bei uns zu Hause. Wenn das nix is!
Ausgangspunkt war die Idee, dass einige Expats im Chor sich inzwischen entschlossen haben, bei der VNOB-Sopranistin Thang Long Gesangsstunden zu nehmen, auch Reiko selbst. Nun sollte erste Aufführungspraxis gesammelt werden. Klar, dass eine erhebliche Anzahl Chormitglieder dabei waren, wir auch. Einer der Gäste hat kleine Videos davon auf YouTube gestellt. Sie sollen hier mit Euch geteilt werden.
Der musikalische Teil wurde von den Chormitgliedern eingeleitet mit dem Ave Verum von Mozart, das wir alle vom Weihnachtskonzert her kannten.
https://www.youtube.com/watch?v=eLe34DOHqFs
Es folgte eine der Schülerinnen, Ryoko:
https://www.youtube.com/watch?v=_f342Og2Ucc
Die weiteren Schülerdarbietungen sind (bisher?) nicht auf YouTube, aber ein Slavischer Tanz, den die Gastgeberin gemeinsam mit dem Pianisten spielte:
https://www.youtube.com/watch?v=WTRWDl6kAWc
Den Schluss machte dann die “Meisterin” selbst, Thang Long:
https://www.youtube.com/watch?v=PA2eM1AHZuU
Wie wir inzwischen wissen, ist sie 38 Jahre, hat zwei Kinder, hat ihre Ausbildung hier in Hanoi bekommen aber auch schon in Schweden und USA Konzerte gegeben.
Der Abend führte uns in die “Welt der Japaner”, die ja relaiv konzentriert in sog. Serviced Suites wohnen, meist auch, wie Reiko mit ihrem Mann, im "Ong Tahy Ghetto" Tahy Ho. Ziemlich schicke Wohnung da in den Frasier Suites ..., aber die Leute waren sowas von herzlich! Und die Atmosphäre erinnerte an die Tradition der Hausmusikabende, wie man sie in Europa im vorigen Jahrhundert kannte...
Warum wir jetzt alles über Thang Long wissen? Nun, seit gestern ist auch Elena ihre Schülerin und bekommt Gesangsunterricht bei uns zu Hause. Wenn das nix is!
Donnerstag, 10. Januar 2013
Kann es in Hanoi kalt sein?
Wir meinen: Ja! Sehr kalt!
Aber natürlich ist das Ansichtssache. Mein Smartphone zum Beispiel behauptet ganz nüchtern und sachlich, es herrsche eine Außentemperatur von 16 Grad Celsius, nachts seien 10 Grad zu erwarten.
Was objektiv, nach deutschen Massstäben, nicht wirklich kalt ist.
Wir finden es schrecklich kalt. Im Haus kann man (bei Raumhöhen von gut 3,5 Metern) nur mit diesen Geräten heizen.
Deshalb sitze ich mit Skipullover und Anorak am Schreibtisch und zu Hause ist der einzig warme Platz eigentlich im Bett - dank beheizter Wassermatratze.
Auf der Straße sieht man auch niemanden, der Wärme zu empfinden scheint.
Aber natürlich ist das Ansichtssache. Mein Smartphone zum Beispiel behauptet ganz nüchtern und sachlich, es herrsche eine Außentemperatur von 16 Grad Celsius, nachts seien 10 Grad zu erwarten.
Was objektiv, nach deutschen Massstäben, nicht wirklich kalt ist.
Wir finden es schrecklich kalt. Im Haus kann man (bei Raumhöhen von gut 3,5 Metern) nur mit diesen Geräten heizen.
| Dieses hier soll mich im Büro wärmen |
Auf der Straße sieht man auch niemanden, der Wärme zu empfinden scheint.
Ach ja, noch jemand findet es ziemlich kalt:
Soo kalt!
Womit die Frage klar beantwortet wäre:
JA, es kann kalt werden in Hanoi! Ganz ungemütlich kalt!
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