...so steht es bei ungefähr
20 kleinen und kleinsten Lädchen an unserer Ngo 173, der Hauptgasse
von der unsere Nebengasse 63 abzweigt – "Friseur, männlich und
weiblich".
Eines der größten dieser
Lädchen habe ich mir schon lange als meinen Friseur ausgesucht,
genauer gesagt ist es eine Friseuse. Heute war wieder mal ein Besuch
fällig. Die “Haarpracht” wurde zu warm bei den fast schon
sommerlichen Temperaturen.
Erst
mal schneiden. "Nicht zu kurz" hatte ich auf meinem Handy vom
Übersetzungsprogramm anzeigen lassen, “không quá ngắn”!
Wunschgemäß wurde nur gekürzt.
Das sonst übliche Friseurgeratsche
muss sie sich bei mir ja verkneifen, da sie wirklich kein Englisch
kann, ich immer noch kein Vietnamesisch. Dafür hatte ich Zeit, den auch hier unvermeidlichen Ahnenaltar zu betrachten. Er war schließlich direkt neben meinen Füßen aufgebaut.
Diese Ahnen bekamen heute Tee, eine schöne große Pomelo und einen Stapel Geld, Kleine Scheine, aber ich zweifle, ob sie verbrannt werden, sie sahen echt aus.
Danach habe ich mir noch
den Luxus einer Kopfmassage geleistet. Dazu haben die meisten dieser
Salons noch einen oder zwei spezielle Stühle, wo man sich gemütlich
hinlegen, kann, den Kopf über dem Wasserbecken.
(Die Gemütlichkeit
wird nur geringfügig eingeschränkt durch die Länge dieser Stühle,
die eigentlich nur Körpergrößen bis 150 cm zulassen.) Nach und mit
ausführlicher Wäsche wird dann massiert: Kopf, Nacken Gesicht,
Ohren, immer wieder und mit immer neuen Lotionen und Unmengen an
warmem Wasser. Schließlich werden noch die Ohren ausgeputzt, dann
Föhnen und Fertig.
Heute liefen im
Radio wohl lauter vietnamesische Lieder, die meine Friseuse kannte.
So wurde die ganze Prozedur durch sanften Gesang begleitet. (Wir
haben immer wieder beobachtet, wie gerne die Vietnamesen singen, auch
bei der Arbeit.)
Dann ging es ans
Zahlen, und ich war schon gespannt, ob bei mir auch, so wie bei
unserem Freund Günter, die Inflation zuschlagen würde. Aber nein!
Nur eine maßvolle Erhöhung wurde mir präsentiert: Statt 50.000
Dong sollte ich 60.000 bezahlen, je 30.000 für Schneiden und
Waschen/Massieren. Da kann man doch nicht meckern.
60.000 Dong sind
nach heutigem Kurs 2.17849 Euro.




Da kann man ja richtig neidig werden. Vielleicht sollte ich den Saloon wechseln....
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