Als ich heute morgen aufwachte, hörte ich Stimmen im Garten. Es war unser Vermieter mit seinem Sohn und einem Gast. Sei saßen an unserem Gartentisch, rauchten und tranken. Man war sehr vewundert, dass ich nicht, wie eigentlich alle Ausländer, die Stadt velassen hatte. Natürlich wurde ich sofort dazu gebeten, eine neue Flasche Wein wurde geöffnet, damit wir das gebührend ins neue Jahr hineinfeiern. Sie war schnell leer. Ich bekam noch einen der tradutionellen Kuchen geschenkt, fest in Bananenblätter eingewickelt, dann trollten sie sich. "Today is our most sacred day" meinten sie, und gingen weiter feiern.
Ich beschloss, einen Spaziergang bis zu meiner Schule zu machen - das Wetter ist zum ersten mal seit einem Monat wieder schön und ich wollte doch mal sehen, was so los ist. Ob die Stadt wirklich so ausgestorben ist?
Sie ist es. Zunächst mal konnte man schon noch die letzten Einkäufe machen, an unserer Doi Can. Sei es Obst an der Chua-Mauer,
sei es Gemüse, das allerdings nicht mehr so ganz frisch anmutete (man beachte die Müllfrau links, die schon bereit ist, alles weg zu bringen....)
Die Gassen sind geschmückt, wie immer mit den unvermeidlichen Nationalfahnen, die sich mit ihrem Rot natürlich immer gut machen.
Auch Luftballons werden mit Vorliebe in Rot verkauft, Rot ist die Glücksfarbe, die natürlich heute besonders wichtig ist.
Aber es gibt auch noch die letzten Tetbäumchen, etwas blass und unreif sehen die Bittermandarinen aus.
Die Strassen waren tatsächlich in einer Weise leer und fast ausgestorben, dass man fast Zweifel bekam, ob man in Hanoi ist.
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| Dies ist die große Kreuzung bei meiner Hochschule - so leer hab ich die noch nie gesehen. |
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Zur Vorbereitung auf das neue Jahr gehört anscheinend, dass man mit einem sauberen Moto hineinfährt. Die Waschsalons hatten Hochbetrieb und man mußte aufpassen, dass man nicht auch eine Dusche abbekam.
Aber ebenso gehört es dazu, dass man seiner Frau einen schönen Blumenstrauss mitbringt.
Und der Tand, die vielen großen und kleinen Glücksgeschenke! Die müssen auch unbedingt sein und die wurden natürlich auch noch verkauft.
Auch meine Cat Linh Strasse, sonst immer verstopft von nicht endenden Schlangen von Autos, um die noch viel mehr Motos herumkurven, war nicht wieder zu erkennen. Und die Läden, meist Sanitärgegenstände, waren alle geschlossen.
Aber für die armen Frauen, die heute noch arbeiten mußten und jetzt erst unterwegs zu ihren Familien waren, gab es doch noch was: Frische rote Reiskuchen, extra für sie zubereitet.
Nun hatte ich ja meinen Kuchen schon zu Hause, mußte also nichts mehr kaufen. Ich wanderte wieder heim, vorbei an dem Tor zu dem Garten, der schräg gegenüber unserer Gasse liegt. Hier ist es sowieso ruhig, mitten in der Stadt.
Aber die Touristen, wohl junge Australier, die ich unterwegs traf, die waren etwas konsterniert. Sie hätten jetzt 5 Tage für Hanoi, was sie denn da anschauen könnten. "Nichts." mußte ich ihnen sagen. "Ihr könnt um den See laufen oder durch die leeren Strassen. Aber Mausoleum oder Museen - das könnt ihr vergessen. Es ist eben Tet."