10 Jahre Hanoi School of Public Health! Ein würdiger Anlass, die Feierlichkeiten wurden lange vorbereitet und sollten dann Ende April stattfinden.
Dabei ist die Schule genau genommen schon deutlich älter. Bereits 1990 wurde in Zusammenarbeit der drei akademischen Institutionen School of Health Management, Department of Hygiene and Epidemiology of Hanoi Medical University and the Center of Human Resources in Health an der School of Health Management (SHM) ein Department of Public Health durch das Gesundheitsministerium (MOH) geschaffen, 1996 wurde die SHM Mitglied der Asian Pacific Association of Public Health Colleges (APAPHC).
Das Jubliäum bezog sich auf die Anerkennung als selbstständige Universität, die ihre eigenen akademischen Studiengänge anbietet (Bachelor und Master in Public Health, Master in Hospital Management, PhD-Programme in Public Health). Die Geschichte als Universität ist also 10 Jahre alt.
Der erste Kontakt mit den Vorbereitungen für mich war die Ankündigung, unsere Abteilung solle für das HSPH-Video gefilmt werden. Dank Vorwarnung war ich etwas formeller gekleidet als sonst, dann wurde eine wunderbare Abteilungssitzung auf Englisch abgehalten. Was davon dann in den Film gekommen ist, weiss ich nicht. Ich habe ihn nicht nicht zu sehen bekommen
Gefeiert wurde mehrfach.
Zur Einstimmung gab es einen “Sports Day”, bei dem verschiedene Mannschaften gebildet wurden um gegeneinander in den Disziplinen Tauziehen und Volleyball anzutreten. Eine Riesengaudi. Die lieben Kolleginnen und Kollegen kamen tatsächlich in Sportkluft.
Ich wurde der Mannschaft “Faculty” der Environmental Medicine zugeschlagen. Aufgrund von Körpergrösse und Gewicht meiner Wenigkeit wurde unsere Mannschaft natürlich favorisiert.
Wir haben auch wirklich heftig gezogen. Es zeigte sich aber, dass besonders unter den Studenten doch auch einige dabei waren, die nicht minder kräftige Figuren waren, und so wurden wir letztlich nur vierte. Der Effekt Gaudi war dadurch nicht wirklich beeinträchtigt.
Am Nachmittag des 26.04. war dann die Hanoier Oper für die Feierstunde gemietet. Nun war natürlich festliche Kleidung angesagt, und artiges Sitzen und Reden hören.
Unser Dean berichtete davon, dass es doch eine große Neuerung für Vietnam war, das Gebiet Public Health akademisch zu etablieren – ein Prozess der noch nicht abgeschlossen ist. Viele Menschen im ländlichen Bereich verstehen noch immer nicht, dass diese Master in Public Health keine Mediziner sind.
| Dies sind die Teaching Assistants, die mir in unserer Abteilung immer wieder mit Übersetzungen helfen. |
Der Hauptteil der Veranstaltung war der Verleihung von Orden und Ehrenurkunden gewidmet. Der Dean und die Schule wurden mit Verdienstorden ausgezeichnet – die Schule bekam ihren Orden an die Fahne geheftet. Auch unsere Abteilung für Hospital Management bekam eine Urkunde, ebenso ihr Leiter, mein Chef Prof. Phan Van Tuong. Ich bin zwar auf der Website als Mitglied verzeichnet (http://www.hsph.edu.vn/en/staff_HM_HospitalManagement), aber für eine Ehrenurkunde hat es nicht gereicht. ;-(( Einige Vertreter internationaler Organisationen (WHO, CDC Atlanta u.a.) überbrachten Grussadressen, dann waren wir alle, einschließlich der Studenten, zum Buffet-Abendessen in den Räumen der Oper eingeladen.
Natürlich wurde auch im staatlichen Fernsehen berichtet. Hier gibt es einen Ausschnitt aus der Sendung .... Man kann sehen, wie der Orden an die Fahne geheftet wird, man sieht unseren Dean (mit der sparsamen Frisur) und die Vice-Dean Prof. Ha in Aktion. Un dman kann sich mal das Erlebnis gönnen, etwas Vietnamesisch zu hören. Kommt ja nicht oft vor in Deutschen Fernsehen...
Natürlich wurde auch im staatlichen Fernsehen berichtet. Hier gibt es einen Ausschnitt aus der Sendung .... Man kann sehen, wie der Orden an die Fahne geheftet wird, man sieht unseren Dean (mit der sparsamen Frisur) und die Vice-Dean Prof. Ha in Aktion. Un dman kann sich mal das Erlebnis gönnen, etwas Vietnamesisch zu hören. Kommt ja nicht oft vor in Deutschen Fernsehen...
Die nachfolgenden Tage gehörten dann einem wissenschaftlichen Symposium, bei dem die “echten” Public Health Abteilungen, wie Epidemiologie, Environmental Medicine, Rehabilitation aber auch meine Kollegen ihre Forschungsprojekte vorstellten. Einige bekannten Namen aus USA standen auch auf der Vortragsliste. Und der Dean erklärte, dass dies der Auftakt sei zu der nun ausgerufenen “Dekade der Forschung”: Nachdem man die ersten 10 Jahre dem Aufbau des Ausbildungsbetriebs gewidmet habe, solle es jetzt darum gehen, die Hochschule auch als Forschungsinstitution zu etablieren.
Ich habe da so meine Fragezeichen: Wie will man hochkarätige Forscher ins Land holen wenn die Gehälter so lächerlich sind? Wie will man die Isolation überwinden, die aus dem Primat des Vietnamesischen folgt?
Aber ich bin schon mitten drin im Prozess der Entwicklung einer Forschungsstrategie und erlebe manche Kollegen in ganz neuem Kompetenz-Licht.















