Leben und Arbeiten in und um Hanoi - Life and Work in and around Hanoi

Panorama Mai Chau


Seit Sommer 2009 arbeite ich, vermittelt durch GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), als Lecturer an der Hanoi School of Public Health.
Dieser Blog berichtet von unserem Leben in Hanoi, Vietnam und Umgebung.
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Since the Summer of 2009, mediated by GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), I work as a lecturer with the Hanoi School of Public Health.
This Blog reports on our life in Hanoi, Vietnam and surroundings.

Montag, 30. August 2010

Schaffe, schaffe, Häusle baue ...

Vietnam baut.
Laut einer Wirtschaftsstatistik, die ich im Blatt des Goethe Instituts gefunden habe, sind Industrie- und Bauwirtschaft mit über 24 % am Wirtschaftswachstum beteiligt, bei einem Bruttoinlandsprodukt, das in den ersten 8 Monaten dieses Jahres wieder um 6,2% gegenüber 2009 gestiegen ist (Link)
Die erlebte Wirklichkeit bestätigt dies. Wenn ich am Morgen zu Arbeit fahre, dann komme ich alleine in unseren kleinen Gassen im Blumenviertel an vier Baustellen vorbei, wo alte Häuser abgerissen, neue gebaut werden. Der Platz ist natürlich knapp, und so ist manche Baustelle nur gefühlte 3 Meter breit.
Interessant ist es, die Bauweise der Fundamente zu beobachten. Erst wird eine Baugrube ausgehoben (dazu kann der Presslufthammer gerne auch mal 24/7 laufen) und unter Wasser gesetzt. Dann werden hunderte von grünen Bambusstäben in diesen weichen Untergrund geklopft, darauf kommt dann das Betonfundament, ganz normal mit Eisenarmierungen.
Diese Baustellen sind dann wirklich im Dauerbetrieb. Ich habe noch keine Tages-oder Nachtzeit erlebt, zu der da nicht gearbeitet worden wäre. Deshalb geht es ziemlich schnell mit dem Hochziehen eines Rohbaues.
Man beachte den "Wohncontainer" in Hintergrund, wo die Arbeiter schlafen.
Die Helden dieses Baubooms sind für mich aber die Transportarbeiter. Auf alten, klapprigen Transporträdern, direkten Abkömmlingen der legendären  „Iron Horses“, mit denen ganze Kanonen über den Ho Chi Minh Pfad transportiert wurden, wird erst säckeweise der Bauschutt aus dem Viertel heraus transportiert, dann kommen Sand, Kies, Zement, Ziegel und Baustahl auf dem gleichen Wege wieder rein. 

Es gibt eigentlich keine Tageszeit, zu der man diese tapferen Transportunternehmer nicht unterwegs antrifft. Auch nachts um 1.00 begegnen sie einem ohne Licht in den engen Gassen, oder beim Beladen ihrer Gefährte, wenn der Mini-LKW irgendwo auf einem Platz oder mitten auf der Strasse einen Haufen Baumaterial abgeladen hat. 
(Neulich bin ich volle Kanne in so einen Sandhaufen rein gerauscht, abends um 21.00 mitten auf der Doi Can - eine unserer großen Verbindungsstrassen hier. Der Haufen war so intelligent im Schatten eines Baumes angelegt, dass die spärliche Straßenbeleuchtung ihn eher unsichtbar machte. Aber frischer Sand garantiert nicht nur in der Leichtathletik eine weiche Landung…)
Vor wenigen Tagen war direkt bei uns gegenüber Betonnieren angesagt. Die Baustelle liegt am Ende eine Seitengasse, die mit einer Breite von etwa 1,30 von unserer Nebengasse abgeht. Am Ende stand wohl die Mischmaschine, die ich nur hören, aber nicht sehen konnte.
Aber sichtbar waren die Haufen an Sand, Kies usw. die fast jegliches Durchkommen in unserer Gasse blockierten. 
In einem echten Gewusel brachte ein Trupp von etwa 10 Männern und Frauen erst mit dem Iron Horse die gefüllten flachen Körbe bis zum Eingang der Gasse, dort wurde dann jeder Korb auf dem Kopf nach hinten getragen, und in den Mischer gekippt. 
Da der ununterbrochen gefüttert werden wollte, war natürlich in der vorgelagerten Logistikkette Stress im Quadrat.
Ja, und einer war dabei, der stand eigentlich nur rum, und kommandierte. Fürs Foto musste ich warten, bis er sich sein Hierarchiemerkmal aufgesetzt hatte. 
Der Chef eben, der, der den Hut auf hat.

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