Leben und Arbeiten in und um Hanoi - Life and Work in and around Hanoi

Panorama Mai Chau


Seit Sommer 2009 arbeite ich, vermittelt durch GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), als Lecturer an der Hanoi School of Public Health.
Dieser Blog berichtet von unserem Leben in Hanoi, Vietnam und Umgebung.
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Since the Summer of 2009, mediated by GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), I work as a lecturer with the Hanoi School of Public Health.
This Blog reports on our life in Hanoi, Vietnam and surroundings.

Donnerstag, 9. Mai 2013

Können Kokosnüsse töten?

Das Internet ist eine unendliche Quelle für Informationen - und Fehlinformationen. Die alte Wahrheit, dass ein falscher Bericht auch durch noch so häufiges Wiederholen nicht stimmiger wird - hier wird sie immer wieder bestätigt.

Schon seit Vor-Internetzeiten, genauer 1984, gibt es einen wissenschaftlichen Bericht des Arztes Dr. Peter Barss im Journal of Trauma entitled "Injuries Due to Falling Coconuts." Er beschrieb von einem Einsatz in Papua-Neuguinea, dass er 9 Patienten mit Verletzungen durch fallende Kokosnüsse behandelt hatte - keiner dieser Fälle endete tödlich.

Trotzdem findet man immer wieder Berichte, nach denen pro Jahr weltweit 150 Menschen durch fallende Kokosnüsse zu Tode kommen sollen. Diese Zahl geht zurück auf den Haifischforscher George Burgess aus Florida, der wohl gesagt hat "Falling coconuts kill 150 people worldwide each year, 15 times the number of fatalities attributable to sharks.". Für diese Aussage gibt es aber keine statistische Grundlage, der manchmal versuchte Verweis auf Barss ist eben schlicht falsch. Gemeint ist wohl auch eher eine äußerst geringe Wahrscheinlichkeit.

Alles dies wird übrigens auch im Internet wieder gerade gerückt: http://www.straightdope.com/columns/read/2405/are-150-people-killed-each-year-by-falling-coconuts

Neulich hatte es in Hanoi etwas stärkere Windböen gegeben. Also ich nach Hause kam, konnte ich fast das Gartentor nicht auf schieben. Der Wind hatte gleich mehrere tote Palmblätter und ausgereifte Kokosnüsse von unserer Kokospalme vor dem Haus geblasen. Etwas wie ein Schlachtfeld sah das ganze aus.

Und wenn ich daran erinnern darf: Unsere Palme ist ziemlich hoch, die Früchte hängen in Höhe des Dachfirsts neben unserem 3-stöckigen Haus.

Die Frage ist also nicht, ob eine solche Nuss, die bis zu 2 KG wiegt, töten kann. wenn sie aus der Baumhöhe runter kommt. Ich denke sie kann, wen sie einen gut auf den Schädel trifft. Schon nach etwa 10 Metern Fallhöhe ist sie mit etwa 50km/h unterwegs. Auch die Blätter sind da durchaus Respekt gebietend.

Tatsächlich passiert das aber wohl doch eher selten, weil sich die meisten Menschen normalerweise bei Sturm nicht unter Palmen aufhalten.

Die Todesursache Kokosnuss kann also getrost als Metapher für “extrem selten” verwendet werden, so selten, dass man das als statistische Wahrscheinlich gar nicht ausdrücken kann, 0.000000002 Prozent oder so.


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