
Die 2-3 Tage Touren in die Ha Long Bay werden einem in der Altstadt von Hanoi von hunderten von Reisebüros angeboten. Wir hatten gehört, dass die tatsächliche Qualität sehr unterschiedlich sein soll. Mit Eigeninitiative, (selbst mit Motorrad hin, selbst Hotel und Boot buchen), soll es praktisch unmöglich sein. So entschlossen wir uns, dem Rat eines CIM-Kollegen zu folgen und über das sog. Kangaroo Café, eine schon seit vielen Jahren von einem Australier betriebene Institution, zu buchen. Kleine Gruppen auf einem eigenen kleinen und schönen Schiff, mit einem Programm von Rundfahrt, Kajak-Entdeckungen, Badeaufenthalten und Höhlenbesichtigung wurde versprochen. Unser deutscher Besucher Carsten, wie wir eher skeptisch was organisierte Reisegruppen betrifft, fügte sich mit uns in die angebliche Unmöglichkeit, alles selbst in die Hand zu nehmen, die 2-Tage-Tour mit einer Übernachtung auf dem Schiff wurde gebucht, am Samstag früh um 8.00 sollte es per Bus losgehen.
Wir trafen uns schon zum Frühstück im Café mit einigen Mitreisenden. Die Reisegruppen-phobie schmolz dahin, als wir feststellten, dass wir nur insgesamt 8 zahlende Gäste sein würden, zuzüglich der Führer Cuong. Würden wir wirklich zu neunt das Schiff mit 14 Plätzen für uns haben? Es sollte so sein!
Die Anreise im Kleinbus dauerte, unterbrochen von einem WC&Einkaufsstop in einer riesigen, angeblich von Behinderten belieferten Einkaufsanlage mit Bildern, Schmuck, Seidenartikeln, Töpfereiwaren und und und, etwas mehr als 4 Stunden. Bei der Ankunft behinderte eines der netten vietnamesischen Gewitter etwas die Einschiffung, doch mit dem letzten Tröpfeln ging es los. Unser Schiff, eine hübsche kleine „Dschunke“ aus dem hier üblichen rötlichen Holz, stand uns zur Verfügung. Die eher unspektakuläre erste Strecke vom Hafen zur Inselwelt wurde für ein ausführliches und köstliches Mittagessen, zum Kennenlernen der Mitreisenden (eine Dreiergruppe aus UK und ein Ehepaaar aus Malaysia) und zum Bezug der Kabinen genutzt. Elenas und meine Kabine, mit echtem Doppelbett und eigenem kleinem Bathroom sowie einer ausnahmsweise gut regulierbaren Klimaanlage, verfügte neben dem Fenster über den Zugang zu einem eigenen kleine „Balkon“ über dem Heck des Schiffes, praktisch vom Bett aus konnte man die wunderbare Landschaft (oder Meerschaft) draußen vorüberziehen sehen.
Als man danach wieder an Deck erschien, nahm einen die Inselwelt gefangen. Die Fotoapparate klickten sich heiß, einfach nur da sitzend und staunend wurden wir dann alle immer stiller: Vor lauter Staunen, sich durch Gesten auf den nächsten atemberaubenden Blick aufmerksam machen und einfach nur schauen, schauen, schauen verschlug es einem die Sprache. Sogar der permanent Witze sprudelnde Dave flüsterte nur noch andachtsvoll. So etwas hatten wir alle noch nie erlebt, wir waren überwältigt.
Durch immer neue Buchten, mit immer neuem Blicken in andere Buchten und Fjorde, ging es langsam dahin, an schwimmenden Dörfern vorbei, bis wir an einer schwimmenden Anlegestelle festmachten, um den Kajak-Ausflug zu machen. Paddeln über die Bucht, durch einen niedrigen Höhlendurchschlupf in einen stillen Bergsee - nun, still wurde er erst, als wir abgewartet hatten bis alle die Touristen (denn natürlich waren noch mehr und größere Schiffe unterwegs und hatten Kajak-Paddler los geschickt) wieder unter dem Berg durch verschwunden waren.
Nach der Rückgabe der Kajaks (und dem Klarmachen des Festmach-Taus, was sich unter Wasser verfangen hatte, ohne die Gemütsruhe der Mannschaft wirklich aus dem Gleichgewicht zu bringen) ging es in die Nachbarbucht, um richtig an Land anzulegen. Ein kleiner Sandstrand (ohne Menschen!!) lud zum Baden ein, der Inselberg sollte die Gelegenheit für die Sonnenuntergangsbilder liefern. Das Baden war vor allem warm und salzig. So ein warmes Wasser habe ich noch nie in einem Meer erlebt. Und hier war es leider nicht ganz perfekt sauber. Dafür gab es Sandboden, und Elena fühlte sich sicher. Dann entdeckte sie einen Einsiedlerkrebs in einer schönen Muschel und versuchte ihn zur friedlichen Aufgabe seines Hauses zu überreden. Aber er weigerte sich stand- und wehrhaft, und wir ersparten ihm dann doch den Weg in den Kochtopf. Die Blicke vom Berg in die Abenddämmerung waren ein weiteres besonderes Erlebnis.
Zum Abendessen und Schlafen schipperte unsere „Hoa Binh 22“ wieder in eine große Bucht, wo inmitten einer ganzen Armada ähnlicher Schiffe Anker geworfen wurde. Besorgte Blicke gingen zu den Nachbarn, aber sie waren weit genug weg. Ein köstliches Dinner wurde serviert, anschließend verweigerten wir uns den Tanz und Karaoke-Aufforderungen unseres Cuong, lagen noch einige Zeit an Deck, um unter Mond- und Sternenhimmel um die Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen, und verschwanden früh in der Koje. Der Sonnenaufgang war für 5.30 angekündigt, und wir wollten ihn erleben!
Die Blicke und Bilder, die sich den schlaftrunkenen Augen am nächsten Morgen boten, waren das Aufstehen wert. Der Himmel war bewölkt, ein Gewitter im Anzug, aber auch die unsichtbare Sonne zauberte einzigartige Farbenspiele an den Himmel, die sich im stillen Wasser der Buchten spiegelten. Vereinzelte Fischer waren mit ihren kleinen Booten unterwegs, langsam wurde es heller. Die Fotoapparate klickten um die Wette und unvergessliche Bilder gruben sich ins Gedächtnis.
Dann kam das Gewitter, und bot die willkommene Gelegenheit, noch etwas Schlaf nachzuholen, bis um 7.30 zum Frühstück gerufen wurde. Kurz danach erreichten wir die Insel mit der Sung Sot Höhle (Höhle der Überraschungen, weil sich drei Kammern hintereinander auf tun, eine größer und schöner als die vorher). Merkwürdig ist, dass es nicht mal in der Höhle, mitten im Berg, kühler ist. Das kannten wir von unseren Höhlen anders. Natürlich gab es hier mehrere Besuchergruppen, die auch meist schneller unterwegs waren. Uns ließ unser Führer Zeit, die Atmosphäre der Höhle auf uns wirken zu lassen.
Als wir wieder an Bord waren, wurde schnellstens eine ruhige Stelle etwas abseits angesteuert, und wieder Anker geworfen. Badezeit! Eine Leiter ins Wasser erleichterte das fröhliche Hin-und-Her zwischen Sprüngen von allen Ebenen des Schiffes und ruhigem Schwimmen oder auf dem Rücken treiben lassen im salzigen und warmen Wasser (was sich durch das Gewitter doch etwas abgekühlt hatte. Elena hielt sie Kapriolen im Foto fest. Da in der Bucht kaum mehr als 10 Meter Wassertiefe erreicht werden soll, ist es eben warm – an dieser Stelle aber war es tadellos sauber und ein echtes Vergnügen.
Doch dann hieß es „Alle Mann an Bord“ und ohne Hektik glitt das Schiff zurück in Richtung Ha Long City. Es blieb bewölkt, sodass wir ohne Angast vor der Sonne auf Deck sitzen und nochmals die wunderbare Inselwelt an uns vorbei ziehen lassen. konnten.
Ein weiteres gutes Essen in Hotel in der Stadt, eine etwas schnellere Busfahrt, wieder der Besuch eines „Einkaufscenters“ für „Behindertenprodukte“ (in einem Raum wurde sogar trotz des Sonntags Unterricht gehalten, und ganze Heerscharen junger Frauen saßen an den Nähmaschinen), alles dies war wie gehabt, gegen 16.30 standen wir wieder vor dem Kangaroo Café, eine wunderbare Erfahrung reicher. Die Tour ist jedenfalls unbedingt weiter zu empfehlen!
Natürlich gibt es auch wieder Fotos bei Picasa. Das ist der Link.:
Heyho, das ist ja wahnsinn. mit balkon und bathroom, gehts noch. freut mich dass ihr so viel spass habt, gruss und kuss, nick
AntwortenLöschen