Leben und Arbeiten in und um Hanoi - Life and Work in and around Hanoi

Panorama Mai Chau


Seit Sommer 2009 arbeite ich, vermittelt durch GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), als Lecturer an der Hanoi School of Public Health.
Dieser Blog berichtet von unserem Leben in Hanoi, Vietnam und Umgebung.
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Since the Summer of 2009, mediated by GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), I work as a lecturer with the Hanoi School of Public Health.
This Blog reports on our life in Hanoi, Vietnam and surroundings.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Paradise - Lost?

Unseren Sylvesterurlaub hatten wir dies mal, wie berichtet, nach Malaysia verlegt, Kuala Lumpur als Destination für einen wirklich gefeierten Jahreswechsel, nachdem In Hanoi ja wenig los ist weil die Vietnamesen auf “ihr” Neujahr warten, das Tet-Fest.

Nach der Großstadt hatten wir noch etwa Strandurlaub geplant und waren auf der kleinen Insel Pangkor gelandet. Die Wahl war nicht ganz freiwillig: Viele der beliebten Strände Malaysias liegen an der Ostküste der Halbinsel, oder an der Nordküste der Insel Borneo, dort herrscht aber im Januar monsunbedingt schlechtes Wetter, die meisten Hotels oder Resorts sind einfach geschlossen. Deshalb also Pangkor, etwa 4 Stunden mit dem Bus und 30 Minuten mit dem Boot von KL entfernt.

Wir sind in einem für uns ungewöhnlich schicken Resort gelandet, dem Pangkor Island Beach Resort.
Eine ziemlich riesige Anlage (mehr als 250 Zimmer), aber wenigstens kein Hochhaus, sondern maximal 3 Stockwerke, auf mehrere weitläufige Trakte verteilt und ganz geschickt unter den Bäumen versteckt. Das PIBR liegt einsam an der eigenen Bucht mit wunderschönem Strand.
Es ist ein wunderschön gestaltetes Gelände, mit Blumen, Büschen und Teichen
zum Spazieren gehen.
Hier wurde der neue Pareo ausgeführt
Ein Golfplatz, Tennis, sogar einFussballplatz und vielen weiteren Angebote sollen Langeweile vertreiben. Die beiden Pools liegen direkt am Meer,
überall rauschen die Palmen, das der Strand wird gut gepflegt und das Meer ist relativ sauber. (Für die gelegentlichen kleinen Miniquallen kann das Hotel nichts.)  Frühstück wurde direkt auf einer Terasse über der dem Strand angeboten.

Der paradiesische Eindruck wird unterstrichen durch das frei herumlaufende, fliegende oder kletternde Getier. Pfaue schlagen ihre Räder
oder prüfen neigierig, was es zum Frühstück gegeben hat.
Unsere alten Bekannten, die Hornbills (Nashornvögel) bekommen regelmäßig ihr Futter und posieren für die Hotelgäste.
Eine Horde Affen ist permanent über das gesamte Gelände unterwegs, der Urwald beginnt ja gleich hinter dem Haus.

Sie klauen alles, was nicht festgeschraubt ist, kommen auch in die Zimmer, wenn man vergisst, die Balkontür abzuschließen.

Soweit alles wunderbar. Aber: Mit 500 weiteren Gästen geteilt, wird das Paradiesgefühl schnell wieder erstickt, obwohl die Gäste nicht unangenehm sind, viele Familien mit kleinen Kindern aus der ganzen Welt.

In der Bucht wird fast pausenlos “Wassersport” betrieben, die Jet-Skis und Surfgliding-Motorboote übertönen mühelos das Plätschern der kleinen Wellen, das Wasser wird dadurch nicht sauberer. Die abgeschiedene Lage (die gar nicht so abgeschieden ist, wie wir später festgestellt haben) verführt das Hotel doch zu einer ziemlichen Abzock-Orgie, Essen, Getränke, Zusatzleistungen, das Eis am Pool, alles wird zu deutlich überhöhten Preisen angeboten - jedenfalls empfanden wir das so, nachdem wir andere Länder in der Region mit ihren Preisen kennen. Touris aus Holland (starke Gruppe) sehen das sicher anders. Aber wir haben für die 5 Tage mehr Geld ausgegeben als für jeden anderen Urlaub, den wir bisher gemacht haben.

Natürlich sind wir uns selbst treu geblieben und haben für einen halben Tag ein Moped gemietet um die Insel zu erkunden.

Da sie nur 25 Km lang ist und die Sehenswürdigkeiten eher überschaubar sin bieten hat, reicht ein halber Tag da auch.
Den einen oder anderen Hindutempel gibt es natürlich, ebenso wie moderne Moscheen.
Diese beiden fanden wir in einer kleine Hindu-Anlage direkt neben der Strasse, unter einem heiligen Baum

Trotzdem war es schön, auf den kleinen Strassen durch den Dschungel zu fahren, einige Blicke darauf zu werfen, wie die normale Bevölkerung dort lebt.
Die Hauptindustrie der Insel sind getrocknete Fischprodukte. Ihr könnt Euch den Geruch vorstellen ...

Beruhigend war die Feststellung, dass “Unser Resort” wirklich mit Abstand den schönsten Strand hatte, die anderen Beaches sahen zwar recht malerisch aus, mit den vorgelagerten kleinen Inseln, aber sie waren einfach dreckig und ungepflegt.

Wir haben die Gäste der dort angesiedelten Resorts und Hotels nicht beneidet.

Interessant war, was uns aufgetischt wurde, als wir in einem Cafe an der Strasse einen "Iced Tea" bestellten.
Zu irgend einer Zeit war hier englische Kolonie, und damit war der Tee mit Milch eingeführt - in diesem Fall Kondesmilch, satt.
Auf dieser Fahrt haben wir festgestellt, dass die nächste Ortschaft mit Strand nur knapp 3 Km vom PIBR entfernt war, und dass es dort nette Restaurants direkt am Strand gab. Da sind wir dann am nächsten Abend hin gewandert und hatten ein wunderbares Dinner beim Sonnenuntergang.
Die Wanderung ging zwar an der Autostrasse entlang, aber der Verkehr war kaum existent und die Strasse durch den Dschungel war sogar elektrisch beleuchtet, es war also völlig unproblematisch und gut, sich mal etwas zu bewegen.
Nach 5 Tagen ging es wieder Retour. Per Boot nach Lumut, von dort mit den sehr komfortablen Bus (für ein Spottgeld) nach KL.
Als wir am Abend für unseren Rückflug einchecken wollten, gab es noch eine uangenehme Überraschung: Der Flug war “for commercial reasons” gestrichen worden (zu wenige Passagiere?) Nach langem Hin und Her hat uns Vietnam Airlines dann nach HCM geflogen, dort ein Hotel bezahlt und am nächsten Morgen weiter nach Hanoi transportiert. Sowas hört man sonst nur von den Billigfliegern. Aber wir waren ja auch billig geflogen: Wir hatten unsere angesparten Vielfliegermeilen auf den Kopf gehauen, bevor sie verfielen.

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