Es wird Herbst in Hanoi und richtig angenehm. Meist ist es sonnig, die Temperaturen bleiben unter 30 Grad - und die kulturellen Angebote purzeln nur so herein.
Vor einer guten Woche noch waren wir mit unseren Amerikanischen Freunden (ja, wir hatten schon wieder Besuch!) im Goethe Institut zu einem wunderbaren Kammermusikabend mit dem vietnamesischen TrioTrinity: Schumann, Brahms, Rachmaninow und Piazzolla. http://www.goethe.de/ins/vn/han/acv/mus/2012/de9946720v.htm. Die drei sind uns keine Unbekannten mehr und sie boten wieder einen fulminanten Abend. Angenehm: Das Goethe Institut bietet solchen Genuss bei freiem Eintritt - man muss nur rechtzeitig da sein.
Dann wir in dieser Woche der “Kulturmarathon”:
Am Mittwoch hatten wir mit Freunden einen Tisch im Luna d’Autunno reserviert, eine italienische Kneipe wo ein Mal im Monat unser Chorleiter mit einigen Solisten des Opernensembles eine Tischmusik bietet. Diesmal gab es. Italienisch!, einige Arien aus Verdi-Opern, zum Schluss ließ er es sich nicht nehmen, das Publikum zum “Libiamo” zum Mitsingen zu animieren. Leider hat die Kneipe eine nicht ganz perfekte Akustik und auch der Service war ziemlich vietnamesisch. Aber ein schöner Abend war es doch!
(Vom letzten Dinnner Concert gibt es eine Probe auf YouTube. http://www.youtube.com/watch?v=bOLtnQk-phM )
Donnerstag Abend stand dann ein echtes Highlight auf dem Programm: Das “Duo d’Accord” aus München! Das vietnamesisch-deutsche Ehepaar Lucia Huang und Sebastian Euler kennen wir auch schon vom vergangen Jahr und sind begeisterte Fans geworden. Sie spielen derart meisterhaft zu zweit Klavier - mal zu vier Händen, mal mit zwei Klavieren - dass es einem schlicht den Atem verschlägt. In diesem Jahr fand der Auftritt im Rahmen des Europäischen Musikfestivals statt, und es standen ausgefallene Stücke auf dem Programm von Leonard Bernstein, Sergej Prokofjew, Leopold Godowsky, Carl Maria von Weber, Igor Stravinsky, Maurice Ravel. Die beiden letztgenannten Werke wurden gemeinsam mit zwei vietnamesichen Konzert-Perkussionisten aufgeführt. Ungewohnt aber toll. Mir hat Prokofjew noch nie so gut gefallen. Und wie zwei Klaviere mit zwei Schlagzeugern klingen, dass habe ich mal als Hörprobe auf Youtube gestellt:
http://youtu.be/MNueiOR93Pk
Am Freitag ging dann das Musikfestival weiter und wir wagten uns in für uns neue Musikregionen: Free Jazz mit dem Manuel Hermia Trio aus Brüssel - vorgestellt von der Kulturvertretung der belgischen Provinz Wallonien!. Wieder kamen wir ganz begeistert heraus, es war ein Abend mit besonders gefühlvoller Musik. Auch hier gibt es einen Link zu YouTube, das Stück heisst “The colour under your skin”.
Ja, und Samstag Früh schwangen wir uns um 7 Uhr früh auf den Roller, um Vietnamese Cultural Heritage zu erleben. Aber das ist einen eigenen Blogbeitrag wert.
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