Leben und Arbeiten in und um Hanoi - Life and Work in and around Hanoi

Panorama Mai Chau


Seit Sommer 2009 arbeite ich, vermittelt durch GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), als Lecturer an der Hanoi School of Public Health.
Dieser Blog berichtet von unserem Leben in Hanoi, Vietnam und Umgebung.
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Since the Summer of 2009, mediated by GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), I work as a lecturer with the Hanoi School of Public Health.
This Blog reports on our life in Hanoi, Vietnam and surroundings.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Investitionen, Ruinen und fehlende Gullydeckel

Am Wochenende waren wir mal wieder unterwegs nach Westen Ziel war der Dong Mo Stausee, nicht weit vom Ba Vi Gebirge und Nationalpark. Der Google Planer weist dafür eine Strecke von etwa 75 km (einfach) aus, die wir durch einige Umwege noch etwas vermehrt haben.

Das Ziel war eigentlich, einfach mal aus der Stadt raus zu kommen, vielleicht etwas spazieren zu gehen. Unsere Freunde, auf deren Blog ich zu diesem Ausflug erst mal verweise, waren früher schon mal dort gewesen.
Die Landschaft war, wie wir sie kennen, aber hier doch eher unspektakulär.
Interessant war, die völlige Hilflosigkeit zu erleben, wenn man Vietnamesen nach dem Weg fragt. Sprechen, Aufschreiben, auf dem Smartphone die Karte zeigen - egal: Das Ergebnis ist immer nur ein verlegenes Lachen, ein fröhliches „No!“ was einem fast triumphierend entgegnet wird.
Dass auch mein Smartphone diese Wege im Hinterland von Hanoi nicht so ganz perfekt anzeigen wollte, sei ihm mal verziehen. Google Maps kann ja nun nicht überall sein. Letztlich haben wir mit seiner Hilfe trotzdem unser Ziel gefunden, einen Campingplatz auf der Halbinsel hinter dem Ethno-Village.
Unser Irrweg hatte uns schon durch eine Planruine geführt. Außer den gut erhaltenen Schildern, die einen wunderbaren Resort mit Villen, Dörfern und Restaurants auf mehreren Inseln ankündigten (Thousand Islands sollte das Ding wohl genannt werden) gab es rein gar nichts außer einem ziemlich ärmlichen Vietnamesischen Dorf.
Wer hat da wohl Investorengelder versenkt? Zumindest eine Supervilla an der Straße zeugte davon, dass es einen Nutznießer wohl gegeben hat.
Auch die Sache mit dem Ethno-Dorf ist für unsere Begriffe merkwürdig. Erst mal ist die Anfahrt über die Flächen des ehemaligen Flughafens. Es ist also wohl ein Projekt zur Umnutzung des aufgelassenen Flughafen. Was dann folgt ist aber eine wirklich riesige Freilichtmuseumsanlage, an der eifrig weiter gebaut wird.
Da viele der Häuser oder Dörfer nicht fertig sind, ist vielleicht verständlich, dass es noch keine Werbung gibt. Es gibt ja auch noch niemanden, der Eintritt kassiert. Trotzdem fragt man sich, was da für ein Konzept zu Grunde liegt. Ein Freilichtmuseum zum Geld verdienen? Oder einfach nur so? Laut Zeitung steckt das Bildungsministerium dahinter, es liegt also der Gedanke nahe, dass auch hier Gelder  ausländischer Herkunft verbaut werden. Hoffentlich sind es keine Entwicklungshilfemittel!
Beim Herum fahren in dem Gelände kam mir unwillkürlich der Begriff vom Potemkinschen Dorf in den Sinn - während ich höllisch aufpassen musste, in keines der Gully-Löcher zu fahren, deren Deckel war hier flächendeckend geklaut worden.
Es wird also wohl auch nichts werden mit meinem Vorschlag, das nächste Mal die Roller Blades mit zu nehmen, die in Vietnam überhaupt noch nicht zum Einsatz gekommen sind.
Ach ja, Picknick gab es dann auch:
Anschließend zogen sich die Ongs zur Siesta zurück:
Aber bald begann es zu regnen. Aus dem Spaziergang ist also nichts geworden. Wieder mal.

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