Es war bereits von ihr die Rede, der legendären Hoan Kiem Schildkröte, um deren Lebensraum im Herzen der Altstadt von Hanoi es immer schlechter bestellt war, der es auch gesundheitlich immer schlechter ging. Das zum Abwasser verkommene Gewässer und die dort eingewanderten amerikanischen Schildkröten hatten ihr das Leben schwer gemacht, sie war an mehreren Stellen verwundet und geschwächt.
Bei einem Empfang in der Deutschen Botschaft am 28. März (ich war dabei!) wurde dann die Rettung verkündet: Der sächsische Ministerpräsident Tillich schloss mit der vietnamesischen Regierung einen weiteren Vertrag ab, dass im seit 2005 laufenden BMBF Projekt unter Leitung von Prof. Werner von der TU Dresden eine umfassende Wassersanierung des Hoam Kiem zur Rettung der Schildkröte durchgeführt werden sollte. Die TU Dresden und die Presse in Sachsen berichteten begeistert.
Weltweit wurde dann berichtet, als man versuchte die Schildkröte zu fangen und als es am 5. April schließlich gelang.
Das etwa 160 cm lange Tier (früher war von über 2 Metern berichtet worden) wurde auf eine kleine künstliche Insel mitten im See verbracht, wo sie in einem kleinen Becken in sauberem Wasser gehalten, untersucht, behandelt und gepflegt wurde (the turtle clinic!). Als man sie von diversen Pilzerkrankungen befreit hatte, war das natürlich wieder eine Meldung wert. In einer Chronik des "Asian Turtle Program" kann man alles genau nachlesen, dabei lernt man auch, dass es sich tatsächlich um eine bisher nicht bekannte Unterart handelt, von der es weltweit wirklich nur 4 Exemplare gibt und dass es eine Schildkrötendame ist.
Im Juli war es dann so weit. Prof. Werner hatte soweit erfolgreich gearbeitet, dass die Experten der Meinung waren, die “Cụ Rùa” dürfe wieder frei gelassen werden. Ihre Wunden waren geheilt, giftiger Schlamm und aller mögliche Unrat aus dem See entfernt worden. Meldungen gingen in alle Welt.
Während der gesamten Aktion aber hielten sich die Gerüchte, dass dies ja nur die kleinere von zwei Exemplaren sei. Die große und alte wirkliche “Cụ Rùa vom Hồ Gươm” habe sich der Gefangennahme ebenso wie der Behandlung entzogen.
Prof. Werner hat sie wohl bei der "sanften Schlammabsaugung" nicht gesehen. Aber genützt wird sie ihr trotzdem haben, wenn es sie wirklich gibt, die “Große Alte”.

Na Jowi, das ist doch " ein alter Hut" und füllte ja sogar in Deutschland Zeitungen
AntwortenLöschenDas auf dem Bild kann unmöglich Cụ Rùa vom Hồ Gươm sein, die ist viel größer. Siehe:
AntwortenLöschenhttp://kienthanh.files.wordpress.com/2011/02/2882854c0a75128e94d.jpg
Ich glaube an die zweite Kröte.
Recht so Juri! Die Schildkröte, die man behandelt hat war ja auch nur 80-90 Jahre alt. Das kann also gar nicht die "grande vieille dame" sein!
AntwortenLöschen