Leben und Arbeiten in und um Hanoi - Life and Work in and around Hanoi

Panorama Mai Chau


Seit Sommer 2009 arbeite ich, vermittelt durch GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), als Lecturer an der Hanoi School of Public Health.
Dieser Blog berichtet von unserem Leben in Hanoi, Vietnam und Umgebung.
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Since the Summer of 2009, mediated by GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), I work as a lecturer with the Hanoi School of Public Health.
This Blog reports on our life in Hanoi, Vietnam and surroundings.

Montag, 14. Dezember 2009

Aktion Weihnachtsbaum

Seit gestern Morgen haben wir unseren Weihnachtsbaum! Oder so was ähnliches? Natürlich ist es keine Nordmanntanne, sondern ein hiesiges Gewächs. Das muss auch so sein, oder?

Vor etwa einer Woche waren wir auf einem der auch hier durchaus stattfindenen Weihnachtsmärkte, und ich hatte angefangen, herumzfragen: „ Wo könnte man hier so etwas wie einen echten Baum für Weihnachten finden? Wir wollen keinen Plastikbaum!?" Die Antworten waren nur teilweise ermutigend. („Ja, da hat doch mal über die Botschaft …., importiert….., richtig teuer…, so ab 300 Dollar ….“). Das war es uns sicher nicht wert.

Auch eine Anfrage, die ich im „New Hanoian“ einstellte, brachte von den hier überwiegend vertretenen englisch-sprechenden Expats keine ermutigenden Hinweise. Tendenz:  „Christmas Trees in Hanoi? Forget it!“

Aber eine Rund-Email in der deutschen Community ergab gleich: Alles halb so schlimm. Die teuren importierten Bäume gibt es auch, aber in der Dang Thai Mai, auf der Tay Ho Halbinsel sollte es mehrere Gärtnereien geben, bei denen man Bäume im Topf kaufen könne, die einem Weihnachtsbaum schon recht nahe kämen. Na gut, mit einem CIM-Kollegen wurde verabredet, dass wir am Samstag hinfahren um einen „Baum zu jagen“. Ein anderer CIM-Kollege meldete sich noch, der beim Radio arbeitet, und wollte eine Redakteurin mitschicken, die darüber, wie die Deutschen in Hanoi einen Weihnachtsbaum jagen, einen kleinen Beitrag für den deutschen Kanal von Radio VOV machen wollte.

In der Dang Thai Mai gab es tatsächlich bei einigen Gärtnereien Bäume mit einer gewissen Ähnlichkeit zu Weihnachtsbäumen. In riesigen Töpfen, und ohne Verhandlungsbereitschaft über den Preis. „Frechheit“ denkt sich der Ausländer, der inzwischen gelernt hat, dass es in Vietnam eigentlich „fixed prices“ nicht gibt. So zog ich erst mal weiter, der Kollege und die Reporterin hatten auch noch was anderes zu tum. Aber ich ließ nicht locker und fand bei einer anderen Gärtnerei einen Baum, der mir gefiel. Die Frage nach dem Preis löste langes Kinnkratzen aus, dann die Antwort „My friend not here“, der eigentliche Chef also sei nicht da, er käme erst gegen Abend.

Nun, so schwang ich mich erst mal wieder auf meinen Roller und prüfte die weitere Umgebung. Andere Gärtnereien, den Blumenmarkt, der unweit ist, die Strassen in Richtung Ciputra, wo die Expats so gerne leben. Nichts. Kein einziger Baum, nicht mal Zweige. Dabei gibt es 40 km nördlich von hier die schönsten Kiefernwälder!

Nun, auch gegen 17.00 war der Chef noch nicht da, und ich versuchte, mit der Chefin der Nachbargärtnerei zu klären, ob er noch kommt. Im Ergebnis ging sie mit mir in das Gelände ihres Kollegen und verkaufte mir den Baum. Preis: Wieder nicht verhandelbar. Ich hatte aber auch meine Verhandlungsposition schon ziemlich schlecht gemacht durch die intensive Nachfrage. Und am nächsten Morgen um 9.00 sollte er geliefert werden.

Zum Termin erschien erst mal die Radioreporterin wieder. Ich hatte ihr per SMS mitgeteilt, dass ich doch einen Baum gefunden hatte. Wir bemerkten, dass der Strom ausgefallen war, weil die Türglocke nicht ging. Dann kam der Baum-Xe Om Fahrer zu Fuß und meinte, er könne nicht bis zum Haus fahren. Bauarbeiten! Wir schauten nach und das Problem wurde klar: Der Strom war weg, weil der Strommast an der Ecke abgebaut worden war. Alle Kabel hingen so in etwa 1,50 Meter Höhe über der Strasse (und ich meine ALLE Kabel, was in Vietnam ziemlich viele sein können!)  Hinten sah man den Baum auf dem Xe Om: Er stand mit seinen über 2 Meter einfach hinten auf dem Gepäckträger des Mopeds. Mit dem Fahrzeug konnte er nicht unter den Kabeln durch! 

Nun, Reporterin un Putzfrau ergriffen irgendwelche Bretter und Stangen, schoben die Kabel hoch und vorsichtig navigierte der Fahrer unten durch. 

Auch das Hoftor war nicht zu meistern, aber mit unserem Rollbrett hatten wir den Baum dann doch schnell im Haus.


Die Reporterin hatte ihre Story (der Beitrag soll am 23. gesendet werden) und unsere kleine Katze Bao-Tsi hatte einen Baum, den sie erkunden konnte.


Und mit Schmuck sieht er doch wirklich wie ein Weihnachtsbaum aus, oder?


(Die eigentlich an diesem Tag noch geplante Adventskaffee-Einladung musste dann wegen des persistierenden Strommangels leider ausfallen, aber das ist eine andere Geschichte ….)

3 Kommentare:

  1. der baum ist wirklich hübsch!!! dann noch ne fröhliche adventszeit!
    hat die katz nun endlich nen namen???
    liebe grüße

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  2. Hi! Das Katerchen heisst Bao-tsi. Hab ich doch geschrieben! Lieben Gruss!

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  3. Hallo Jowi,

    da hast Du gezeigt, was in Dir steckt. Du bist ein Recherchekünstler. Aber deine An- bzw. Umfrage hat auch viele Leute der deutschen Gemeinschaft hier in Hanoi mobilisiert, nachzudenken, um auf diese Thema eine Antwort oder Lösung zu finden. Und wir haben gelernt: Auch hier in Hanoi lassen sich Weihnachtsbäume finden. Eurer ist auch ein ganz besonders schönes Exemplar gewesen. Und wenn ich anmerken darf, Euer Festchen wurde natürlich veredelt durch Elenas Plätzchen und ihren Stollen - fantastisch! Und der Glühwein war hervorragend. Übrigens: Mach doch mal ein aktuelles Bild von Dir in dieses Forum. Du siehst viel jünger aus in Wirklichkeit. Elena und Du, ihr seid ein junges Paar!
    Herzliche Grüße aus der Dang Thai Mai,
    Alex
    p.s. Was heißt denn Bao-Tsi?

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