Leben und Arbeiten in und um Hanoi - Life and Work in and around Hanoi

Panorama Mai Chau


Seit Sommer 2009 arbeite ich, vermittelt durch GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), als Lecturer an der Hanoi School of Public Health.
Dieser Blog berichtet von unserem Leben in Hanoi, Vietnam und Umgebung.
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Since the Summer of 2009, mediated by GIZ/CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung in Frankfurt), I work as a lecturer with the Hanoi School of Public Health.
This Blog reports on our life in Hanoi, Vietnam and surroundings.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Nachdenklich

In 10 Tagen ist unsere Zeit in Hanoi vorbei. Vertrag zu Ende, Visum zu Ende, Rente.
Da ziehen einem verschiedene Gedanken durch den Kopf. Etwa der, dass wir jetzt, nach 4 Jahren, dieses Land verlassen werden ohne dass uns ein einziger Vertreter der hiesigen Bevölkerung ans Herz gewachsen wäre. (Ausnahme: Unser Katerchen BaoTsi).

Wir sind immer wieder umgezogen in unserem Leben, haben dabei sicher nicht jedes Mal ungezählte Freunde gefunden, aber es war doch jedes Mal so, dass es einige wenige Menschen gab, mit denen man "warm geworden war", die man mochte und bei denen man das Gefühl und den Wunsch hatte, man würde sich nicht sofort vergessen. Die vier Jahre hier haben uns diesen Zugewinn nicht geschenkt.
Wir haben viele tolle Eindrücke gewonnen; wir haben wahnsinnig viele tolle Fotomotive gesehen und versucht, festzuhalten - besonders die Kinder haben uns immer wieder verzaubert. Wir haben auch unter den Expats Freunde gefunden bei denen wir glauben, dass sie Freunde bleiben werden. Aber Vietnamesische Freunde? Fehlanzeige.
Vor ein paar Tagen traf ich einen Kollegen mit mehr Asienerfahrung der meinte, unser Konzept von Freundschaft sei den Menschen hier fremd. Es gibt Kollegen und Menschen, die man gerne in seinem beruflichen Netzwerk hat (Seilschaften sagt man da wohl) - und es gibt Familie. Wenn jemand ganz viel Vertrauen zu Dir hat, dann nimmt er Dich quasi in die Familie auf.
Darüber hinaus aber scheint es Freundschaften kaum zu geben. Wenn ich die Zeit Revue passieren lasse, dann war es so: " This is my friend" wurde sehr gerne vorgestellt. Es waren aber immer eher Seilschaftskameraden, Leute, die beruflich wichtig oder interessant waren. Vertrautheit, wie unter Freunden, habe ich nie erlebt, bei aller Freundlichkeit, die einem immer begegnet.

Ich denke, das sagt Einiges über diese Gesellschaft und ihr Funktionieren. Es fehlt Vertrauen, Verbindlichkeit, es fehlt ein Element, dass die Gesellschaft zusammenhalten kann. Schade eigentlich.


BaoTsi können wir jetzt nicht mitnehmen, aber wir haben ihm fest versprochen, wir kommen wieder um ihn zu holen. Einen kleinen Vietnamesen haben wir halt doch lieb gewonnen.

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