Manchmal
regnet es in Hanoi. Manchmal regnet es sogar ziemlich heftig. So
waren für heute etwa 30mm vorhergesagt. Das meiste davon ist wohl
zwischen 11.00 und 12.00 runter gekommen und mal wieder stand alles
unter Wasser. Unsere Studenten brauchten die „Amphibien-Motos“ um
zum Parkplatz durchzudringen, im Erdgeschoss des Hauses stand das
Wasser knöcheltief.
Dieses
viele und gern spontan auftretende Wasser soll natürlich möglichst
schnell im Untergrund verschwinden. Unter den Hauptstraßen gibt es
wohl große Kanalisationsrohre, die es auch innerhalb weniger
Stunden verschlucken. (Bis dahin braucht man die „Amphi-Motos“,
bei denen der Motor auch unter Wasser nicht ausgeht. Wenn ich mit meinem
nicht zu langsam fahre, also richtig durchpflüge, dann hat es auch
diese Qualität.)
Auch
in den kleinen Gassen, wie sie zu unserem Haus führen, steht das
Wasser natürlich, wenn der Kanal nicht funktioniert. Hier ist es ein
echter Kanal, der etwa in der Mitte der Gassen direkt unter der
Oberfläche verlegt und mittels Betonplatten abgedeckt ist. Man sieht
diese Platten besonders dann, wenn eine kaputt ist – die
Weiterfahrt wäre etwas behindert, wenn man mit dem Vorderrad rein
fahren würde.
In den letzten Wochen
wurden auf meiner Heimfahrstrecke diese Kanäle gesäubert. Alle paar
Meter wurden die Betonplatten mit Presslufthammer und großen
Stemmeisen hoch gewuchtet, dann wurde darunter mit Gabeln und Pumpen
der feste und flüssige Dreck der letzten Jahre (?) heraus geholt und
mit Handkarren weg gebracht. Eine ziemlich ekelige Angelegenheit,
geruchsmäßig und so. Nachdem die Platten wieder zurück gelegt
waren, zeigten sich ziemliche Löcher und Fugen (etwa 8-10 cm
Breite), die Platten drohten teilweise in die Kanäle zu fallen.
Klar, man hatte sie ja auch mit dem Presslufthammer gelockert um sie
heraus zu heben, da hatten manche etwas Schaden genommen. Da auch
diese Straßenbeschaffenheit nicht besonders erfreulich ist (wer ist
schon mal mit dem Motorrad in eine tiefe, 10cm breite Fuge gekommen?)
sannen die guten Anwohner auf Abhilfe. Plötzlich war vor jedem Haus
jemand dabei, die Fugen mit Zement zu schließen. Bei laufendem
Verkehr war das nicht immer ganz einfach, und bis zum Festwerden des
Zements wurden dann halt alle möglichen Markierungen angebracht um zu
verhindern, dass jemand durch den weichen Zement fuhr.
Der
Kanal war also sauber als dann heute mal wieder der Regen kam. Es zeigte sich,
dass die Fugen, in begrenzter Breite und vor allem wenn sie quer zur
Fahrtrichtung verlaufen, durchaus eine Funktion haben: Dadurch soll nämlich das
Wasser in den Kanal kommen.
Diese
Fugen waren nun aber zu zementiert.
Schade
eigentlich.



Es waren an meinem Regenmesser 41 mm in 75 Minuten
AntwortenLöschenDanke Günter! Genau das hatte ich mich gefragt....
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